Gars – Große Resonanz fand das Fest zu Ehren des seligen Kaspar Stanggassinger (1871 bis 1899). An seinem 120. Todestag begrüßte Pater Josef Schwemmer, Rektor des Klosters, in der bis auf den letzten Platz besetzten Pfarr- und Klosterkirche Gläubige aus nah und fern.
Vorausgegangen war eine kurze Andacht am Stanggassingerbrunnen. Nach kurzem Gebet am Seitenaltar, der dem Seligen gewidmet ist, begann der Gottesdienst, den der ehemalige Erzabt von St. Ottilien, Abtprimas emeritus Notker Wolf, zusammen mit den Redemptoristenpatres Josef Schwemmer, Josef Steinle, Dr. Anton Dimpflmaier und Dekan Ulrich Bednara feierte. Der Abt, der früher den weltweit verbreiteten Benediktinerorden in Rom vertrat, führte in Anknüpfung an Kaspar Stanggassingers Lebenswerk schon zu Beginn der Feier aus, dass die Liebe zu jungen Menschen Voraussetzung jeder Erziehung sei, ebenso wie die Bereitschaft, um Vergebung zu bitten und sie zu schenken.
In seiner Predigt knüpfte er an das Evangelium an, in dem sich Jesus als Freund der Kinder zeige. „Heute brauchen Kinder unsere Hilfe, und es ist schlimm, wenn sie missbraucht werden. Von den Kindern müssen die Erwachsenen lernen zu erkennen, dass wir wie sie nicht alles selber vollbringen können. Schließlich hat unser Machbarkeitswahn letztlich auch zur Klimakatastrophe geführt. Statt zu meinen, selber alles richten zu können, müssen wir das Herz Gott gegenüber öffnen und seinem Willen zu Mensch und Schöpfung Raum geben“.
Die Größe Stanggassingers sei gewesen, Gott wirken zu lassen und zu dienen, denn wo der Mensch herrsche, beginne die Gewalt. Früh vollendet habe es Kaspar Stanggassinger verstanden, die barmherzige Liebe Gottes spürbar werden zu lassen.
Die Chorgemeinschaft Mariä Himmelfahrt brachte eine barocke Chormesse des Benediktinermönchs Valentin Rathgeber (1682-1750) zur Aufführung. Nach dem Festgottesdienst trafen sich geladene Gäste mit Abtprimas Notker Wolf noch zu einem Empfang im Kloster.