Waldkraiburg – Schlechte Nachrichten im Haupt- und Finanzausschuss: Die Kosten bei den Abbrucharbeiten der städtischen Wohnhäuser am Adalbert-Stifter-Weg laufen aus dem Ruder. Nach einer zweiten Kostenüberschreitung beträgt die Summe mittlerweile mindestens 69000 Euro.
Gestartet war man bei der Vergabe im September 2018 mit gut 45000 Euro. So viel sollten die Voruntersuchungen, der Rückbau und Abbruch der ehemaligen Wohnhäuser der Stadtbau GmbH im Adalbert-Stifter-Weg 8 bis 14 sowie die Zerlegung, Sortierung und Entsorgung inklusive Asbestdemontage kosten.
Bürgermeister Robert Pötzsch erteilte den Auftrag und musste im Juli 2019 auf dem Weg einer dringlichen Anordnung einer Kostensteigerung um voraussichtlich gut 13000 Euro zustimmen. Sie geht auf einen nachträglichen Auftrag für die Entsorgung und den Abtransport von Gipswänden zurück, die mit Heraklith behaftet waren, und die Entsorgung von Asbest, der in Zwischenböden festgestellt wurde. Außerdem stellte sich nach einer Beprobung heraus, dass das Abbruchmaterial der Gebäude 12 bis 14 oberhalb der Kellergeschossdecke einer höhere Schadensklasse zuzuweisen ist. Aus Gründen der Verkehrssicherheit musste der Auftrag vor der nächsten Ausschusssitzung erteilt werden. Weil damit aber die Vergabesumme von 50000 Euro überschritten wurde, war der Haupt- und Finanzausschuss mit dem Thema zu befassen.
Wie im Ausschuss bekannt wurde, ist die Auftragssumme zwischenzeitlich erneut angestiegen. Auch beim Abbruch der Kelleraußenwände habe sich herausgestellt, dass das Material stärker belastet ist. Die Entsorgung des Bauschutts kostet somit noch einmal 10000 Euro mehr.
Die Kosten, die sich mittlerweile auf mindestens 69000 Euro belaufen hat der Ausschuss einstimmig abgesegnet. Die Mehrausgaben schmeckten den Stadträten aber gar nicht.
Susanne Engelmann (SPD) übte Kritik an der Ausschreibung. „Das muss doch klar sein, dass in Häusern, die in den 1960er-Jahren gebaut wurden, Asbest verbaut wurde. Warum wurde das nicht von vorneherein eingerechnet?“
Kämmerer Rainer Hohenadler widersprach. Die Kostenentwicklung sei „nicht absehbar“ gewesen. „Der Aufwand war nicht von vorneherein zu erkennen.“ Dass sich Ausgleichsmasse in den Zwischenböden befunden habe, „war von oben nicht zu sehen.“
Carsten Schwunck, der Leiter der Stadtentwicklungsabteilung, setzte hinzu. Die Unterlagen für die Gebäude seien „lückenhaft“. Außerdem steigen die Deponiekosten „stetig an“. Die Deponien seien voll. Die Kosten seien unkalkulierbar geworden.