Kein Funkmast in Waldwinkel

von Redaktion

Gemeinderat lehnt Telekom-Vorhaben einstimmig ab – Jetzt braucht es Alternative

Aschau – „Kein Funkmast in Waldwinkel“ – diese Forderung stand auf einem Schild, das eine Bürgerin in der Aschauer Gemeinderatssitzung ausdauernd hoch hielt. Und diese Position machte sich auch der Gemeinderat zu eigen. Einstimmig lehnte das Gremium die Pläne der Telekom ab, in dem Aschauer Ortsteil einen Mobilfunkmasten zu errichten.

Applaus und Zwischenrufe aus

den Zuhörerreihen

Rund 40 Bürgerinnen und Bürger waren zu der Sitzung gekommen, um ihre ablehnende Haltung zum Ausdruck zu bringen. Sie sind gegen das Vorhaben der Deutschen Telekom nicht weit von einem Wohngebiet. Das Unternehmen hat dem Betreiber des Berufsbildungswerks mit Wohngruppen und Hotelbetrieb angeboten, einen sechs Meter hohen Masten auf der Cafeteria zu installieren.

Die Gegner verwiesen auf eine Einschätzung des Bundesamts für Strahlenforschung, dass die Folgen und die Möglichkeit, an Tumoren und Krebs zu erkranken erst in rund 30 Jahren abzusehen seien. Die Bürgerinnen und Bürger wünschten sich einen Platz, der keine Auswirkungen auf die Bevölkerung hat. Immer wieder gab es Zwischenrufe und Applaus bei diesem Tagesordnungspunkt. Zweiter Bürgermeister Manfred Römer (SPD) rief die Zuhörer wiederholt zur Ruhe auf.

Bürgermeister Alois Salzeder (AWG) verwies auf einen Vortrag vor dem Gemeinderat bei dem ein Vertreter des Landesamtes für Umweltschutz erklärt habe, dass jedes Handy bereits eine eigene Mobilfunkstation sei. Ebenfalls strahle das heimische WLAN mehr. Ein Raunen ging durch die Zuschauerreihen, als Manfred Römer sagte: „Die Strahlungsbelastung ist höher bei schlechtem als bei guten Empfang.“ Denn ein Handy strahle unterschiedlich stark, abhängig von der Empfangsqualität.

Gertraud Langbauer (CSU/Freie Bürger) erinnerte daran, dass Funkmasten auf Schulen und Kindergärten problematisch seien. Thomas Wintersteiger (CSU) meinte: „Da können wir wenig tun. Die Einrichtung ist privat.“ Es sei also Entscheidung des Eigentümers, wie er sein Gelände nutzt. Auch Günter Manz (AWG) zeigte sich von den Plänen nicht begeistert, meinte jedoch: „Sofern sie das Baurecht nicht verletzen, dürfen sie machen, was sie wollen.“ Schließlich stimmten alle anwesenden Gemeinderatsmitglieder gegen die Pläne der Telekom.

Mehrere andere Standorte geprüft

und verworfen

Die Gemeinde muss allerdings einen Alternativvorschlag machen. Josef Edtmüller (AWG) schlug die Kiesgrube vor und erntete dafür Applaus aus der Zuhörerschaft. Den vorgeschlagenen Platz habe die Deutsche Telekom jedoch bereits geprüft und abgelehnt, rief Gemeinderat Wintersteiger in Erinnerung. Die Vorschläge Hochbehälter Tödtenberg und Howaschen wurden ebenfalls bereits diskutiert und vom Gemeinderat abgelehnt. Ein Angebot eines Grundstücksbesitzers am Bräuberg hat dieser wieder zurückgezogen.

Bürgermeister Salzeder zeigte auf einer Karte, wo im Aschauer Industriegebiet Flächen der Gemeinde gehörten und mögliche Alternativen gefunden werden könnten. Zweiter Bürgermeister Römer schlug vor, einen Fachmann des Mobilfunkanbieters kommen zu lassen, um mit ihm Alternativvorschläge zu diskutieren.

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