Taufkirchen – „Mia verstehn uns oiwei no guat“, sagt Inge Maier und streicht über die Hand ihres Gatten. Sie ist dankbar für die aufopfernde Pflege, die sie seit drei Jahren rund um die Uhr durch ihren Anton erfährt. Und der ist dankbar, dass er sie hat. Als er seine Inge kennenlernte, „war der schönste Tag in meinem Leben“, sagt er heute – 65 Jahre nach ihrem Hochzeitstag.
Es ist ein seltenes Jubiläum, die Hochzeit, die die „eiserne“ genannt wird. Inge und Anton Maier gehören zu den wenigen, die sie erleben dürfen. 65 Jahre haben sie zusammen gehalten, in guten und in weniger guten Zeiten. Manchmal hat’s den Beistand von oben gebraucht. Das tägliche Gebet „Herrgott gib mir die Kraft, dass ich alles schaff“ erlebt Anton Maier als Stärkung für all seine Aufgaben.
In Aiterbach bei Freising stand seine Wiege. Dort erblickte er am 24. August 1931 das Licht der Welt und wuchs mit sieben Geschwistern auf. Nach dem Schulbesuch in Allershausen absolvierte er eine Lehre zum Bekleidungsschneider in Freising und wechselte 1953 zu Konen in München.
Schon 1951 hatte er „seine“ Inge, eine geborene Fent, bei einer Veranstaltung der Kolpingsfamilie kennen und lieben gelernt.
Inge Maier kam am 22. Dezember 1929 in Gröbenzell zur Welt, sie hatte drei Schwestern und einen Bruder. Ihre Mutter starb, als sie zehn Jahre alt war. Alle Geschwister kamen ins Kinderheim St. Clara in Freising. Dort machte die Inge eine Ausbildung zur Kindergärtnerin im Städtischen Kindergarten in Freising. Doch auch sie fand später eine Beschäftigung bei Konen. Geheiratet wurde im Oktober 1954, in der Klosterkirche St. Clara in Freising. Bis zum beruflich bedingten Umzug nach Waldkraiburg wohnte das junge Paar in München, Tochter Petra machte das Familienglück komplett.
Bis zum Ruhestand im Jahr 1994 war Anton Maier als Betriebsleiter bei Konen in Waldkraiburg beschäftigt. Im Februar 1974 bezog die Familie ihr Eigenheim in Taufkirchen am Ederberg. Dort fanden sie ihre neue Heimat. Und auch die beiden Enkel Colin und Tina, die bei den Großeltern aufwuchsen. Beide sind gerne gereist. Bis heute halten sie sich mit täglichen Bodenübungen gelenkig. Als Garten- und Blumenliebhaber ist ihm die Pflege rund ums Haus wichtig.
Das Jubiläum feierte das Paar mit einem Gottesdienst, um sich für 65 Ehejahre zu bedanken. Bürgermeister Jakob Bichlmaier stattete den Eheleuten einen Besuch ab und gratulierte den beliebten Taufkirchner mit einem Geschenk.