Waldkraiburg – „Menschenrechte und Verständigung – Für Frieden in Europa“ – unter diesem Motto stand der „Tag der Heimat“ in diesem Jahr. Die Festrede hielt MdL Josef Zellmeier (CSU), Vorsitzender der Arbeitsgruppe der Vertriebenen und des Haushaltsausschusses.
Bundesweit feiert der Bund der Vertriebenen jedes Jahr den „Tag der Heimat“. In Waldkraiburg fand die Veranstaltung wie immer im Großen Saal im Haus der Kultur statt. Die Fahnenabordnungen der Landsmannschaften und Heimatvereine marschierten zum Beginn des bunten Nachmittags ein. Zur musikalischen Unterhaltung spielte zwischendurch immer wieder die Blaskapelle der Banater Schwaben unter Leitung von Stefan Munding auf. Gemeinsam wurde die Bayernhymne gesungen, und zum Gedenken der Verstorbenen aus der alten und neuen Heimat spielte die Blaskapelle den „Guten Kameraden“.
Bürgermeister Robert Pötzsch hob in seinem Grußwort heraus, dass Heimat auch Frieden bedeutet. „Werte und Rechte sollen für alle Menschen gelten, mit Schutz vor willkürlicher Gewalt.“ Auf einer Reise ins Adlergebirge habe er kürzlich eine Vielzahl von Begegnungen erlebt und sei an grausame Schicksale erinnert worden. Umso wichtiger sei es, „Verständnis füreinander aufzubringen für eine friedvolle Zukunft“.
„Der ‚Tag der Heimat‘ soll für uns alle ein wichtiger Tag sein und bleiben“, mahnte Landrat Georg Huber. Ein friedliches Europa sei nur teilweise Wirklichkeit. „Der Bund der Vertriebenen ist seit über 60 Jahren Impulsgeber für respektvollen Umgang der Völker untereinander. In Waldkraiburg haben die Vertriebenen und Spätaussiedler ein neues Zuhause aufgebaut.“
Der CSU-Landtagsabgeordnete Josef Zellmeier, dessen Mutter auch eine Heimatvertriebene ist, betonte, dass diese Erfahrung ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte und Kultur sei. Auch für junge Generationen werde der „Tag der Heimat“ heute gefeiert.
Dabei komme es darauf an, nicht beim Gestern stehen zu bleiben, sondern sich weiterzuentwickeln. „Dazu ist das deutsche Volk aufgerufen. Bayern hat dies hervorragend gemeistert.“ Der Freistaat gebe auch immer wieder finanzielle Zuschüsse, um etwa die Kultur zu erhalten. Viele Zuwanderer seien auch in der Politik vertreten und tragen laut Zellmeier wesentlich zur Weiterentwicklung des Landes bei. „Vertriebene und Spätaussiedler sind ein Gewinn für unser Land.“ Mit ihnen habe Deutschland eigene Staatsbürger aufgenommen. Das Schicksal der Flüchtlinge sei ein Weltproblem.
Mit Mundartlesungen, Geschichten und Gedichten erfreuten die Vertreter des Deutschen Böhmerwaldbundes, der Sudetendeutschen Landsmannschaft, der Banater Schwaben, Schlesier, Egerländer Gmoi und Siebenbürger Sachsen die Anwesenden. Mit der gemeinsam gesungenen „Deutschland-Hymne“ und dem Ausmarsch der Fahnenabordnungen klang die Veranstaltung aus.