Waldkraiburg – Die Geschichte über Rettungshund „Aileen“, für den nach seiner „Pension“ wieder Hundesteuer bezahlt werden muss, nimmt eine überraschende Wende: Günter Auer aus Waldkraiburg hat den Bericht in unserer Zeitung gelesen und stellt spontan 500 Euro zur Verfügung. Damit ist die Hundesteuer, die erstmals 2020 fällig wird, für die nächsten fünf Jahre abgedeckt. „Mir geht es darum, die wichtige ehrenamtliche Arbeit zu honorieren“, begründete der 68-Jährige diesen Schritt, als er gestern in der Redaktion der Waldkraiburger Nachrichten Hundeführer Jürgen Zabelt ein Geldkuvert überreichte.
Wie berichtet, wurde die neunjährige Golden-Retriever-Appenzeller Mischlingshündin, mit der Jürgen Zabelt seit 2011 viel Zeit in Training und Einsätze bei der BRK-Rettungsstaffel gesteckt hatte, im Sommer 2018 in den „Ruhestand“ verabschiedet. Die Steuerbefreiung, die seit 2013 galt, läuft damit aus. Rettungshunde a. D. sind laut städtischer Satzung nicht steuerfrei. Für 2019 hatte die Stadt Zabelt noch keinen Bescheid zugestellt, 2020 wird die Steuer in Höhe von 100 Euro fällig.
Günter Auer kann das nicht verstehen. „Ich sehe immer wieder, mit welchem Aufwand die Rettungshundestaffeln trainieren. Das ist ein wichtiger Dienst an der Öffentlichkeit. Ich finde, das sollte man auch nach der Dienstzeit honorieren.“
Die ehrenamtliche Arbeit honorieren
Der Inhaber eines Dentallabors, der selbst seit 40 Jahren Hunde hält, hat sich deshalb entschlossen, die Steuer für den Hund aus eigener Tasche zu übernehmen. „Wir wissen natürlich nicht, wie lange Aileen lebt“, sagt Auer, der vorerst 500 Euro zur Verfügung stellt. Sollte von der Summe was übrig bleiben, weil die Hündin früher stirbt, soll sein Herrchen das restliche Geld an die BRK-Rettungshundestaffel weitergeben.
Jürgen Zabelt, der den Fall öffentlich gemacht hatte, um auf eine Änderung der städtischen Hundesteuer-Satzung hinzuwirken, war sich zunächst unschlüssig, ob er das Geld annehmen solle. Schließlich habe er im Moment sogar weniger Ausgaben für den Hund als zu dessen aktiver Dienstzeit, so der Waldkraiburger. „Ich sehe es aber einfach als großes Lob, und ein solches Lob sollte man annehmen“, meint Zabelt, der sich „hammermäßig“ über die Geste freut.