Von der Bleistiftzeichnung zum fertigen Comic: 13 Jugendliche verfeinerten ihr Können.Fotos Von Ahn
Waldkraiburg – Konzentriert sitzen 13 Jugendliche an Tischen im Werkraum des Hauses der Kultur in Waldkraiburg. Hin und wieder ist ein Tuscheln zu hören, das Rascheln eines Blattes Papier. Die sieben Mädels und sechs Jungs zeichnen Comics. Eine kurze Geschichte hat jeder erhalten, die zuvor ausgelost wurde. Zum Beispiel: „Die Piraten finden einen Schatz, darin ist etwas anderes als erwartet.“ Hinzu kommt eine Figur, ein Held, den es ebenfalls umzusetzen gilt. Und damit legte jeder los.
Üben an echten Modellen, nicht von Bildern abmalen!
Das Zeichenmaterial haben die Teilnehmer zwar von daheim mitgebracht. Sie dürfen aber auch die Stifte von Workshopleiter Cornelis Jettke ausprobieren. Mit Bleistift, Fineliner, Tusche und diversen Filzstiften sowie Pinselstiften entstehen nun die Comics – von einer einzigen Zeichnung bis hin zur umfangreichen Geschichte in vielen Bildern.
Die Erfahrungen der Teilnehmer mit dem Comiczeichnen sind unterschiedlich. Einige bringen bereits fertige Szenen von zu Hause mit, andere versuchen sich das erste Mal. Individuelle Entwürfe und Disney-Figuren wie Donald Duck wandern über die Tische. „Drei Stunden habe ich für den Workshop eingeplant“, berichtet Cornelis Jettke. „So lange benötige ich, um ein Kurzcomic zu erstellen.“ Doch nicht jeder braucht so lange für sein Werk. Zum Glück beantwortet der freiberufliche Illustrator zwischendurch Fragen und gibt Tipps.
Zum Beispiel: „Wie malt man eine Nase?“ An der Tafel erklärt Jettke dann: „Ich male mir zuerst die Nasenspitze als Kugel auf.“ Danach folgen die Nasenflügel. „Eine Nase zu malen ist immer schwierig“, sagt er. „Hier kommt es auch darauf an, wie realistisch sie gemalt werden soll.“ Ansonsten gelte: Viel üben! Üben an echten Modellen sei wichtig und etwas ganz anderes, als von Bildern oder Fotos abzumalen.
Auch zum Beruf des Illustrators teilt Jettke seine Erfahrungen: Für eine freiberufliche Tätigkeit sei wichtig, bereits während des Studiums Kontakte zu knüpfen und auszubauen. Auch sei es möglich, bei einem Verlag angestellt zu sein.
Bei einem Blackout empfiehlt der Illustrator. Spazierengehen oder Lesen: „Mit Input, der sich von den Zimmerwänden unterscheidet, finden sich immer Verknüpfungen zu der Aufgabenstellung des Auftraggebers.“
Nachwuchskünstler zeigen ihre Comics in aktueller Ausstellung
Die Comics der Nachwuchskünstler werden noch bis Sonntag, 3. November, im Rahmen der aktuellen Comicausstellung in der Städtischen Galerie im Waldkraiburger Haus der Kultur präsentiert.