Das war‘s dann wohl mit „Ebi“

von Redaktion

Zu teuer: Stadt Waldkraiburg wird sich nicht an Ebinger Erlebnisweg beteiligen

Waldkraiburg – Das war’s dann wohl mit dem „Erlebnisweg Ebinger Urelefant“. Einstimmig hat der Waldkraiburger Stadtrat beschlossen, aus dem touristischen Projekt auszusteigen. Der entscheidende Grund: die hohen Kosten, die vor allem durch die Verkehrserschließung entstehen.

170000 Euro plus Unterhalt – das ist Stadtrat zu viel

Die Idee, gemeinsam mit der Stadt Mühldorf und dem Tourismusverband Inn-Salzach den Fundort eines Urelefanten-Skeletts und weiterer Millionen Jahre alter Knochen aus dem Tertiär touristisch besser zu erschließen, scheint damit vom Tisch. Denn auch im Verwaltungsausschuss des Mühldorfer Stadtrates war mehrheitlich Kritik an dem teuren Projekt laut geworden (wir berichteten). Der dortige Stadtrat entscheidet am 23. Oktober.

Gut 720000 Euro kostet die Umsetzung des Konzepts für den multimedialen Erlebnispfad und die Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und Erweiterung des Parkplatzes. Selbst bei einer Förderung bis zu 60 Prozent, müssen die Städte Waldkraiburg und Mühldorf jeweils 170000 Euro einbringen, so Bürgermeister Robert Pötzsch. Dazu kommen nach seinen Worten jährlich zwischen 11000 und 16000 Euro, die jede Stadt für die laufenden Kosten aufbringen soll. Eine Menge Geld, zumal der Weg aus Gründen des Naturschutzes nicht an den Fundstellen der Urtiere am Innufer vorbei führen kann.

„Das, was wir bekommen, ist nicht, was wir wollen“, sagte dazu Franz Belkot (UWG), der vor dem Eingriff in ein Waldstück warnte, wo sogar Eulenpaare brüten. Belkot, der selbst in Ebing wohnt, verwies darauf, dass die Ebinger zum großen Teil gegen das Projekt sind. Das war auch in einer Informationsversammlung im Vorfeld der Stadtratssitzung deutlich geworden (wir berichteten).

Verkehrsmaßnahmen fast doppelt so teuer wie der Erlebnispfad

Anton Sterr (CSU) sprach angesichts der Zahlen von einem „kleinen Schock“. Das große Manko aus seiner Sicht: Die verkehrliche Entwicklung inklusive einer erheblichen Erweiterung des bestehenden Parkplatzes an der Gastwirtschaft ist fast doppelt so teuer wie der eigentliche Erlebnispfad. Auch die staatliche Fördersumme sei Geld, das der Steuerzahler aufbringen müsse. Dritte Bürgermeisterin Inge Schnabl (CSU), die zunächst von dem Projekt begeistert war, rückte von ihrer Meinung ab. Für sie ist klar: Bei diesen Kosten „können wir das nicht machen“. Es seien schließlich wichtigere Dinge zu bezahlen.

„Mit der Verkehrserschließung ist das ein No Go“, findet Eva Köhr (CSU). „Es besteht kein Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen.“ Sie würde es aber bedauern, wenn das Thema ganz verschwindet. Die kleine Ausstellung zum Urelefanten im Kreismuseum in Mühldorf werde von den Kindern angenommen. Köhr spricht sich deshalb dafür aus, in Ebing eine Hinweistafel zu errichten, die an die Funde erinnert.

Susanne Engelmann (SPD) sieht das Projekt als neues „Lehrstück, welche Kostenexplosion auf uns zukommt, wenn wir Fördermittel wollen“. Und Gustl Schenk (UWG) brachte das ganze auf folgende Formel: „Was vorgestellt wurde, war nicht das, was wir uns vorgestellt haben.“

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