Tierheimhunde und Rettungshunde a. D. sind künftig steuerfrei

von Redaktion

Einstimmiger Beschluss des Stadtrats: Wer Vierbeiner aus der Tierherberge Pürten holt, muss zwei Jahre nichts bezahlen

Waldkraiburg – Das ging schneller als erwartet. Der Stadtrat hat in der jüngsten Sitzung nicht nur Hunde, die aus der Waldkraiburger Tierherberge geholt werden, für zwei Jahre von der Steuer befreit. Auch für Rettungshunde a. D. muss künftig unter bestimmten Voraussetzungen keine Steuer mehr bezahlt werden.

Bei mindestens

fünf Jahren

Dienstzeit steuerfrei

Ohne jede Diskussion wurde die Steuerfreiheit für die Hunde aus dem Tierheim beschlossen. Sie tritt ab dem neuen Jahr in Kraft. Ausdrücklich ausgenommen sind von dieser Befreiung Kampfhunde. Laut Einschätzung des Tierschutzvereins werden pro Jahr etwa fünf bis zehn Hunde von Waldkraiburger Bürgern aus der Tierherberge aufgenommen. Bei einem Steuersatz von 100 Euro verzichtet die Stadt mit dieser Entscheidung also voraussichtlich auf eine Summe von etwa 1000 bis 2000 Euro. Insgesamt belaufen sich die jährlichen Einnahmen aus der Hundesteuer auf etwa 100000 Euro.

Gesprächsbedarf gab es bei der Regelung für Rettungshunde a.D. Bislang waren sie im Gegensatz zu aktiven Rettungshunden steuerpflichtig. Den Vorschlag der Verwaltung, die Steuerbefreiung an eine zehnjährige Dienstzeit in einer Rettungsorganisation zu knüpfen, wollten die Stadträte nicht mittragen. „Das ist mir zu lang“, sagte Susanne Engelmann (SPD), die die Diskussion ins Rollen gebracht hatte. Auch andere Stadträte halten eine so lange Dienstzeit für nicht realistisch. So verwies Rainer Zwislsperger auf die Diensthunde der Polizei, die in der Regel im Alter von acht bis neun Jahren ausgemustert würden. Das Gremium kam überein, dass ein Nachweis von fünf Jahren Dienstzeit inklusive Ausbildung reichen müsse, damit der Hundehalter von der Steuer auch nach der Pensionierung des Tieres befreit bleibt.

Hundehalter freut

sich über Würdigung

des Ehrenamtes

Entzündet hatte sich die Diskussion am Fall von Jürgen Zabelt, der mit seiner neunjährigen Hündin „Aileen“ seit 2013 bei der BRK-Rettungshundestaffel aktiv war, und nach dem Abschied nun wieder einen Steuerbescheid für 2020 bekommen hatte.

Zabelt begrüßt die Entscheidung des Stadtrates. „Ich finde gut, dass die Stadt damit das ehrenamtliche Engagement würdigt. Das ist eine vernünftige Lösung.“ Er freue sich darüber, dass damit nicht nur er und „Aileen“, sondern alle Rettungshundehalter und -hunde davon profitieren.

Die Spende von Günter Auer, der sich spontan bereit erklärt hatte, die Hundesteuer für Aileen zu übernehmen (wir berichteten), wird Zabelt nun nicht in Anspruch nehmen. Nach seinen Worten wird Auer das Geld – 500 Euro – der BRK-Rettungshundestaffel spenden.

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