Waldkraiburg/Ampfing – Die Stadt steigt nun doch aus der Flugplatz Ampfing-Waldkraiburg GmbH aus. So hat es der Stadtrat mit 22:4 Stimmen beschlossen, entgegen einer Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses, wo sich noch eine knappe Mehrheit für den Verbleib in der Gesellschaft ausgesprochen hatte. Die Gemeinde Ampfing übernimmt die städtischen Anteile. „Wir wollen am Flugplatz festhalten“, sagt Bürgermeister Josef Grundner.
Schon vor einigen Jahren, als der Flugbetrieb regelmäßig Defizite verursacht hatte, die die Gesellschafter decken mussten, war ein Ausstieg im Gespräch. Diesmal macht die Stadt ernst, obwohl die Zahl der Starts und Landungen zuletzt angestiegen war und die Verluste erheblich geringer ausfielen.
Für den Schnitt sprach sich CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr aus. Der Flugplatz koste Geld, die Stadt habe keinen Nutzen. Auch Fraktionsmitglied Bernd Sottek, der im Ausschuss noch für den Verbleib gestimmt hatte, hat seine Meinung geändert: „Wir können das Geld für andere Projekte sinnvoller einbringen.“ Eva Köhr, die eine sehr positive Entwicklung beim Flugplatz sieht, stimmte ebenso für den Ausstieg.
Michael Steindl (UWG) räumt zwar ein, dass es sich bei der Anlage in erster Linie um eine Sporteinrichtung handelt. Doch er will drin bleiben in der GmbH. Er hätte gerne, dass Waldkraiburg mitreden darf, wenn vielleicht doch einmal Flugtaxis in Ampfing landen. „Quadrocopter können in Ampfing landen, auch wenn uns der Flugplatz nicht gehört“, entgegnete Susanne Engelmann (SPD). „Wir haben andere Aufgaben.“
„Ich vertraue auf Söder“, sagte Christoph Vetter (UWG) und schloss sich der „visionären Denke“ Steindls an. Wie er stimmten Christine Graupner (CSU) und Franz Belkot (UWG) für den Verbleib in der GmbH.
Selbst Gustl Schenk, einst ein passionierter Flieger, sieht dagegen „die Sinnhaftigkeit für die Zukunft auch nicht mehr“. „Imagemäßig“ bringe der Flugplatz gar nichts für die Stadt, findet Zweiter Bürgermeister Richard Fischer (SPD).
Ampfings Bürgermeister Josef Grundner bedauert die Entscheidung. Der Landeplatz werde von vielen Waldkraiburgern, auch Firmen, genutzt. Grundner bestätigt, dass die Gemeinde, die selbst 46 Prozent der Anteile am Stammkapital von 25565 Euro hält, die Anteile der Stadt übernimmt: 44 Prozent, das entspricht 11248 Euro. Der Rest entfällt auf private Gesellschafter.
Die Gemeinde will laut Grundner auch deshalb am Flugplatz festhalten, weil es dort viele Übungsflüge gebe. „Die Piloten müssen auch geschult werden.“
Derzeit schreibe der Flugplatz-Betrieb eine „schwarze Null“. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre eine Steigerung der Flugzahlen sicherlich zu begrüßen, sagt Grundner. Doch das kann für den Ampfinger Bürgermeister nicht der einzige Gesichtspunkt sein. Denn: „Eine Steigerung geht zu Lasten der Anwohner. Da müssen wir vorsichtig agieren.“ Schon jetzt gebe es kritische Stimmen wegen des Fluglärms. Er sei mit den Betroffenen im Dialog, so Grundner. „Das muss auch für die Anwohner passen.“