Goldener Hochzeitstag für ein diamantenes Ehepaar

von Redaktion

Gegenseitiges Verständnis und innere Zufriedenheit: Josef und Anna Giesa sind seit 60 Jahren verheiratet

Waldkraiburg – „Unser Hochzeitstag am 17. Oktober 1959 war ein ebenso sonniger und warmer Herbsttag wie heute!“, erinnern sich Josef und Anna Giesa. Vor 60 Jahren traten sie in ihrer oberschlesischen Heimat an den Traualtar, jetzt feierten sie diamantene Hochzeit.

Vorausgegangen waren vier Jahre des Kennenlernens, denn Anna hatte gerne Ferien auf einem Bauernhof verbracht. Dabei lernte die 17-Jährige auf einer Hochzeitsfeier ihren Josef kennen und lieben. Der junge Mann nahm es gerne auf sich, einmal im Monat mit dem Motorrad seine Anna im 80 Kilometer entfernten Ort zu besuchen.

In dieser „Übergangszeit“ erlernte er den Beruf des Schreiners, was er schließlich mit dem Meisterdiplom abschloss. Seine Freundin bildete sich als selbstständige Damen- und Herrenschneiderin fort, sodass sie mit viel Geschick sogar ihr eigenes Brautkleid anfertigte. Gut 60 Leute kamen zur Hochzeitsfeier, für die die Tante zwei Schweine schlachtete. Gegenseitiges Verständnis und innere Zufriedenheit prägten den Alltag, der von der Geburt der Tochter im Jahr 1961 gekrönt wurde.

Von 1942 bis 1945 hatte Josef Giesa noch Deutsch lernen können. Seiner Frau blieb dies verwehrt, sodass sie in Deutschland einen Sprachkurs belegte. Die Jahre der russischen Besatzung überstanden sie, trotz aller Einschränkungen, indem man sich gegenseitig unterstützte und mit dem Wenigen zufrieden war, bis das Paar nach einem Aufenthalt in einem Übergangswohnheim mit seinem kleinen Fiat und dem Lebensnotwendigsten am 16. April 1988 in Waldkraiburg ankam.

Josef Giesa wurde Mitarbeiter bei der Firma Schörghuber in Ampfing. Seine Frau kümmerte sich nicht nur um den Enkel, sondern pflegte mehr als zehn Jahre ihre kranke Mutter. Gefragt nach besonderen Ereignissen in ihrem langen Eheleben kam immer wieder die Antwort: „Wir hatten kaum Reibereien, alles lief glatt. Mein Mann war und ist mit seiner Geduld das ausgleichende Element“, sagte Anna Giesa. Sie fühlen sich glücklich in ihrer Umgebung, ihrer Familie, gehen spazieren, „denn Bewegung ist das A und O“ und gönnen sich, wie erst kürzlich in Ruhpolding, eine Woche Urlaub. „Wir sind Gott sei Dank gesund und noch mobil und fahren an den Chiemsee oder in die Berge. Was will man mehr?“, sind sich die beiden einig. „Eine nachahmenswerte und fast beneidenswerte Einstellung“, lautete die Meinung von Gratulant Bürgermeister Robert Pötzsch.fis

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