Waldkraiburg – Richard Fischer wird die SPD als Bürgermeisterkandidat in die Kommunalwahlen 2020 führen. Wie 2014, als er mit 11,6 Prozent der Stimmen abgeschlagen auf Platz drei landete, hat sich der 64-Jährige erneut in die Pflicht nehmen lassen. Das wurde am Samstag in der Mitgliederversammlung der Partei bekannt, die ihre Kandidaten am 23. November offiziell nominieren will.
Ortsvorsitzender Bernd Wegmann begründete das geschlossene Vorstandsvotum für Fischer damit, dass sich Gespräche mit anderen Kandidaten zerschlagen hatten und der amtierende Zweite Bürgermeister große kommunalpolitische Erfahrung einbringe. „Er ist den Anforderungen des Bürgermeisteramtes einer Stadt in der Größe Waldkraiburgs gewachsen.“ Die SPD rechnet sich diesmal bessere Chancen aus als 2014. Bürgermeister Robert Pötzsch habe mit der UWG von den großen Wahlkampfzielen nicht viel erreicht, sagte etwa Stadtrat Alex Will. Und aus Sicht von Christian Hinkelmann-Lang, einem von mehreren Betriebsratsvorsitzenden großer Firmen, die auf der Stadtratsliste antreten wollen, herrscht seit 2014 „gefühlter Stillstand, eher noch schlechter als vorher“.
Fischer will die politischen Themen in den Vordergrund stellen, die Interessen der Menschen, insbesondere der Arbeitnehmer. „Ich kenne Waldkraiburg. Ich weiß, was in Waldkraiburg wichtig ist“, sagte der designierte Kandidat, der seit dem 16. Lebensjahr in der Gewerkschaft aktiv ist.
Als zentrale Anliegen nannte er die Sanierung des Waldbads am Standort und den Neubau einer weiteren Kindertagesstätte. „Wenn ich 600 neue Wohneinheiten schaffe, muss ich in keine Glaskugel schauen, um zu wissen, dass es Kindergartenplätze braucht.“ Den „Freiraum 36“ will er als „wesentlichen Vereinstreffpunkt“ erhalten. Statt dessen solle man lieber die Mehrkosten einsparen, die für einen Rathaus-Neubau entstehen. Nach seinen Worten ist eine Sanierung um etwa fünf Millionen Euro billiger.
Große Sorgen mache er sich wegen der Wohnungssituation. In wenigen Jahren fallen laut Fischer 600 bis 700 Wohnungen aus der Sozialbindung. „Wir müssen mit sozialem Wohnungsbau gegensteuern.“ Ohne deren Namen zu nennen, grenzte er sich von den beiden Mitbewerbern ab. Es brauche klare Linien und Entscheidungen, um die Probleme in den Griff zu bekommen, adressierte er an den Amtsinhaber von der UWG. „Da hilft kein Populismus, da helfen keine großen Sprüche“, an dessen Herausforderer von der CSU.
Der 62 Mitglieder starke Ortsverein wird am 23. November seinen Bürgermeisterkandidaten und eine Stadtratsliste mit etwa 20 Kandidaten aufstellen. Alle gehören der SPD an. Neben Fischer treten die amtierenden Stadträte Alex und Anni Will sowie Christine Blaschek erneut an. Nicht mehr auf der Liste stehen die parteifreien SPD-Stadträte Susanne Engelmann und Andreas Knoll. hg