„Motor“ der Stadtgeschichtsschreibung

von Redaktion

Förderverein Stadtmuseum stellt neues Heft vor und ehrt Konrad Kern

Waldkraiburg – Es wurde eine kleine, aber feine Feierstunde: die Präsentation von Heft 20 der heimatgeschichtlichen Schriftenreihe „Unser Waldkraiburg“ durch den Förderverein Stadtmuseum im Haus der Kultur. Die Veranstaltung war ein guter Anlass, um Konrad Kern für seinen unermüdlichen Einsatz im Dienst der Stadtgeschichte zu danken.

Ausgehend von den Anfängen Waldkraiburgs im Jahr 1946 auf den Überresten der Deutschen Sprengstoffchemie und dem Strom der Heimatvertriebenen, die sich in den Bunkern eine neue Existenz aufbauten, schilderte Joachim Hellwig, Vorsitzender des Fördervereins, den Beginn des Haidaer Festes, den Aufbau des Archivs und die Gründung des Vereins, aus dem der Förderverein hervorging.

Anton Kindermann senior ist es zu verdanken, dass man eine Schriftenreihe mit dem Titel „Unser Waldkraiburg“ über die ehemalige Heimat, die Stadtgeschichte und die nähere Umgebung verlegte. Als Zweiter Vorsitzender wurde Stadtarchivar Konrad Kern ab 1996 führender Mitarbeiter. In Heft 1 erschienen sein Artikel „Geschichte des Bahnhofs in Waldkraiburg“ und der von Dr. Karsten Karstens „Die Glassammlung der Stadt“.

84 Beiträge in 20
Heften redigiert

84 Beiträge von 32 Autoren sind seither veröffentlicht worden, alle, auch seine eigenen 28, unter der redaktionellen Leitung von Konrad Kern. So behandeln beispielsweise 20 Artikel ortsansässige Firmen, 14 heutige Ortsteile und 13 Institutionen in Waldkraiburg. „Ohne seine profunden Kenntnisse zur Stadtgeschichte, sein großes Netzwerk, in dem er historische Fragen zuverlässig und fundiert klären kann, und sein hervorragendes Gedächtnis wäre das alles nicht möglich gewesen“, so Joachim Hellwig in seiner „persönlichen Laudatio“ über den „Motor unseres Vereins“.

Zur Vorstellung von Heft 20 war auch Klaus Schöler vom VERBUND Innkraftwerke gekommen, der umfangreiches Bildmaterial für die Ausstellung „Ein Kanal entsteht“ und auch eine großzügige Spende für den Druck von Heft 20 bereitgestellt hatte. Konrad Kern gliederte den gleichnamigen Artikel mit 107 Abbildungen in die Bereiche „Der Bau von Fraham bis Ebing“, „Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der circa 7000 Beschäftigten“ und die „Auswirkungen auf die örtliche Bevölkerung“ – ingesamt fünf schwierige Jahre in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Im zweiten Beitrag beschrieb Polizeihauptkommissar i.R. Hans-Jürgen Schmidt, wegen seiner niederschlesischen Herkunft ein „passender Waldkraiburger“, unter anderem seine örtliche Tätigkeit von 1977 bis 2016, den Beginn der Waldkraiburger Polizeistation am Carl-Maria-von-Weber-Weg 1961 bis zum heutigen Standort in der Ratiborer Straße sowie den eigenständigen Vier-Schichten-Dienst seit 1968. Er ging auch auf den Polizeiverein ein, der sich in diesem Jahr auflösen wird.

Zweiter Bürgermeister Richard Fischer betonte, dass die Stadt stolz sei auf den Förderverein. Er beendete das Cicero-Zitat „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht meistern“ mit der Aufforderung: „Und deshalb ist es nötig, dass sie aufgeschrieben wird!“ Musikalisch verwöhnt wurden die Besucher vom jugendlichen Harfentrio Antonia Kapsegger und Sophie und Niklas Langwieder.

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