Taufkirchen – Im Peterskirchener Friedhof wurde Hilda Giebl an der Seite ihres Gatten, der bereits 1988 mit 62 Jahren verstarb, und unter Beisein vieler Trauergäste zur letzten Ruhe bestattet.
Ihr Lebensweg begann am 19. September 1926 in Höllhund in der damaligen Gemeinde Zeiling. In Peterskirchen ging sie zur Schule und arbeitete anschließend bei verschiedenen Bauern als Dienstmagd. Während dieser Tätigkeit lernte sie nach Kriegsende ihren späteren Ehemann Johann Giebl aus dem Sudetenland kennen und heiratete ihn im Oktober 1949.
Sie übernahm die elterliche Landwirtschaft und auch die Arbeit ihres Vaters als Eierkarrerin. Dieses Geschäft betrieb sie 20 Jahre lang, anfangs zu Fuß, mit dem Rad und später mit dem Auto. Neben der Landwirtschaft pflegte sie noch ihre Eltern und war für ihre drei Kinder Hans, Erich und Waltraud immer die besorgte Mutter. Es war eine harte Zeit für sie, der Tag war ausgefüllt von morgens bis spät. Ihr Lebensweg forderte ihre ganze Kraft, besonders nach dem Schlaganfall ihres Gatten im Jahr 1978 und der damit verbundenen halbseitigen Lähmung. Ohne seine Hilfe konnte sie die Landwirtschaft nicht mehr betreiben und so trennte sie sich schweren Herzens von den Kühen. Im leeren Kuhstall fing sie mit der Hasenzucht an, in guten Zeiten versorgte sie 60 Hasen täglich. So hatte sie aber auch Zeit für mehrere Reisen.
Sie gehörte mehreren Vereinen an, dem Gartenbauverein Taufkirchen, dem Georgiverein, dem Seniorenclub und der Frauengemeinschaft Peterskirchen. Überall war sie als aufgeschlossener und sehr geselliger Mensch beliebt.
Mit zunehmendem Alter wurde das Alleinsein immer mehr Belastung für sie und so zog sie im November 2012 mit 86 Jahren zu ihrer Tochter Waltraud nach Burghausen. Dort wurde sie von den Nachbarn und Senioren sehr herzlich aufgenommen, knüpfte neue Kontakte und sie fühlte sich wohl. Ein kleiner Garten mit Gemüse und vielen Blumen wurde von ihr immer noch gehegt und gepflegt. Eingebunden in die Familie ihrer Tochter genoss sie es, dass sie als gläubige Frau zu Fuß zur nahegelegenen Kirche gehen konnte. Mitte des heurigen Jahres ließen ihre Kräfte nach und so konnte sie nach mehreren Krankenhausaufenthalten im Beisein ihrer Tochter friedlich zu Hause einschlafen. fim