Vom Obermeister zum Bürgermeister?

von Redaktion

Robert Otter geht als unabhängiger Kandidat ins Rennen um Amt des Gemeindechefs

Gars – Nach Michael Kasenbacher (CSU) und Anton Lentner (FW Lengmoos) geht nun auch Robert Otter als unabhängiger Bürgermeisterkandidat ins Rennen um das Rathaus in Gars. Anders als seine Mitbewerber muss er allerdings nach der mittlerweile erfolgten Aufstellungsversammlung noch auf eine demnächst im Rathaus aufliegende Unterstützerliste setzen, um endgültig als Kandidat legitimiert zu werden.

Die „Klassiker“ der Wahlprogramme, wie Förderung des heimischen Gewerbes, Schaffung bezahlbarer Baugrundstücke für Einheimische seien auch für ihn selbstverständlich und große Wahlversprechen möchte er nicht machen, so Robert Otter. Aber „ich werde alles versuchen, um eine jetzt schon sehr gut funktionierende Gemeinde noch besser zu machen“, verspricht er. Für grundlegend hält er, dass ein Bürgermeister „souverän, offen und nahbar agiert“.

Den Bürgern jeder Altersgruppe wolle er zuhören und für die kleinen und großen Anliegen, Nöte und Ängste da sein. Er wolle aber nicht nur seine Ideen verfolgen, sondern „die Vorstellungen und Visionen der Gemeindebürger aller Ortsteile mit einbeziehen und nach Möglichkeit auch umsetzen“.

Führen wolle er kooperativ und demokratisch und auf eine „Fehlerkultur“ setzen: „Fehler sind Bestandteil des Lernens und der Weiterentwicklung“. Das gelte für die Bürgerinnen und Bürger, die Gemeindeangestellten und auch für ihn selbst. Faire Kritik sei effizient und hochwirksam und Lob habe eine große Wirkung auf ein gutes Klima, zum Beispiel in der Gemeindeverwaltung. „Zufriedene Mitarbeiter in der Gemeinde bedeuten auch einen Mehrwert für die Bevölkerung“, betont er. Mit dem Gemeinderat zusammen wolle er als Bürgermeister ein Team bilden, das zum Beispiel in einer Klausurtagung am Wochenende Gemeindepolitik intensiviere. Parteipolitik betrachte er eher als Hemmnis der Arbeit, vielmehr müsse man sich partei- und ortsunabhängig für die Belange der Gemeinde einsetzen. Außerdem hoffe er auf viele gute Tipps von Bürgermeister Strahllechner, dem eine sehr gute Arbeit bescheinigt. „All das, was mir der Norbert nicht sagen kann, werde ich mir in Seminaren, Schulungen und der täglichen Arbeit aneignen“, verspricht Otter.

Des Weiteren hat er ausgearbeitete, darunter ehrgeizige Pläne für verschiedene Bereiche der Lokalpolitik: Bei der Seniorenarbeit möchte er auf Bestehendem aufbauen, Behinderte einbeziehen und gegebenenfalls neue Plätze für betreutes Wohnen schaffen. Im Bereich Verkehr gelte es, die Sicherheit zu erhöhen, Ideen für neuen Parkraum zu verwirklichen und den ÖPNV zu stärken. Auch Mitfahrgelegenheiten und Elektroladestationen möchte er ausgebaut wissen. Für das Thema Bauen und Gewerbe hat Otter Modelle entwickelt, bestehende Gebäude umzunutzen und durch Nachverdichtung eine neue Art des Wohnens zu ermöglichen. Auch die gute Arbeit mit Kindern und Jugendlichen möchte Otter fortsetzen, neue Räume schaffen und Vereine einbeziehen. Musikgruppen müssten gefördert werden, und der Gedanke, einen Gemeindebus einzuführen, der Kindergarten- und Schulwege fahre und auch Vereinen zur Verfügung stehe, sei zu prüfen. Die Jugend solle wieder mehr für das Handwerk motiviert werden, es habe „goldenen Boden“. Auch die Themen Asylsuchende und EU-Bürger in Gars, Volksfest, Schulstandort, Kultur des Zusammenlebens sowie der Natur- und Umweltschutz in Gars sind Robert Otter wichtig. „Wir Kaminkehrer sind als Glücksbringer bekannt“, scherzt er und fügt dann ganz ernst und zuversichtlich an: „Ich sehe das Amt des Bürgermeisters als Dienen am Menschen. Ich bin hochmotiviert, es mit meiner ganzen Kraft auszufüllen und so für frischen Wind im Rathaus zu sorgen“.

Robert Otter (50), Ältester von vier Söhnen des Garser Altbürgermeisters Georg Otter, wuchs in Ramsau und Gars auf, ging hier zur Schule, war in verschiedenen Vereinen aktiv, spielte mit Freunden in einer Band und betrieb ein Musikgeschäft. Lehre und Gesellenzeit als Kaminkehrer schloss er mit der Meisterprüfung ab und machte sich selbstständig. Nach 15-jähriger Tätigkeit im eigenen Betrieb wurde er 2014 stellvertretender Obermeister und unterrichtete an der Meisterschule für Kaminkehrer.

Seit 2017 ist er Obermeister im Ehrenamt der Kaminkehrer-Innung Oberbayern. Seit 20 Jahren ist er CSU-Mitglied und nach eigener Angabe politisch „gut vernetzt“. Er ist verheiratet, hat zwei Söhne und wohnt in Gars, Eismannstett. Er ist ehrenamtlicher Richter am Finanzgericht München und Mitglied im Landesrat der Krankenkasse IKK classic. In seiner Freizeit spielt er in der „Garser Tanzlmusi“ Tuba.

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