Landrat Huber nennt Ende der Flüchtlingsbewegung ein „Märchen“

von Redaktion

Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Asyl: Auch künftig wird ehrenamtliche Hilfe gebraucht

Waldkraiburg – Über 400 Asylbewerber leben in Waldkraiburg, mehr als in jeder anderen Kommune im Landkreis. Um diese Menschen kümmert sich unter anderem der Arbeitskreis Asyl, der sich kürzlich zur Mitgliederversammlung traf. Ehrenamtliche, Kirchenvertreter und Mitarbeiter der sozialen Verbände waren dazu in die evangelischen Bunkerkirche gekommen. An den drei Waldkraiburger Standorten für Asylbewerber haben sie im vergangenen Jahr wieder Aktivitäten wie Kochen, Töpfern, Nähen, Malen und Hausaufgabenbetreuung organisiert. Auch der kulturelle Austausch kommt in den Wohnanlagen nicht zu kurz. So werden Weihnachten, Halloween, Ramadan und Zuckerfest gleichsam gefeiert. „Ich bin in meinem gesamten Leben noch nicht so viel geküsst und umarmt worden“, sagte eine Ehrenamtliche an dem Abend über ihre Arbeit mit Asylbewerbern. Zudem beschrieben die Sprachlehrer über Erfahrung und Erfolge in Sprachkursen. Um die Motivation zur Teilnahme zu steigern haben sie sich überlegt, nach 20 Stunden Kursteilnahme eine Urkunde zu vergeben.

Aber auch für alle Bürger offene Angebote haben die Mitglieder beim Arbeitskreis Asyl vorgestellt: Seit fünf Jahren veranstaltet der Kreis kurz vor Weihnachten vor dem Ankerzentrum ein Friedensgebet.

Ein Frühstück findet immer mittwochs für Schulkinder statt, es steht auch Kindern von Asylbewerbern offen. Die Aktion der Caritas möchte falsche Frühstücksgewohnheiten von Kindern verändern.

Horst Lang stellte den Kassenbericht 2018 vor. Demnach lagen die Ausgaben bei über 9000 Euro, unter anderem für die Miete des Vereinshauses Freiraum 36, eine Küche sowie ein Internetklassenzimmer zum Erlernen der deutschen Sprache. Die Einnahmen beliefen sich auf rund 8500 Euro. Den Verlust deckt ein Girokonto, dass nun mit 3600 Euro im Plus ist.

Landrat Georg Huber lobte die in der Flüchtlingsarbeit engagierten Ehrenamtlichen: „Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die mit Herzblut arbeiten.“ Das Ende der Flüchtlingsbewegung nannte er ein „Märchen“. Er befürchte, dass sich im Winter wieder viele auf die Reise nach Europa machen würden. Dafür werde Mithilfe der gesamten Gesellschaft benötigt. Soren Kiork Simun, armenischer Syrer und Ayslbewerber, bewirtete die Gäste an diesem Abend mit Speisen aus seiner Heimat.ahn

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