Entscheidung vertagt

von Redaktion

Der neue Gemeinderat in Aschau soll für das Pichlmeier-Areal eine Lösung finden

Aschau – So schnell geht es mit dem Projekt Pichlmeier nicht weiter. Der neue Gemeinderat soll sich nach den Kommunalwahlen im März 2020 mit dem Thema beschäftigen. Eine Entscheidung, bei der sich das Gremium in der jüngsten Sitzung allerdings nicht einig war.

Noch immer ist unklar, was mit dem alten Pichlmeier-Areal passieren soll. Eine Gaststätte lässt sich aufgrund der gesetzlichen Vorschriften nicht realisieren. Auch das Thema Wohnen im Alter komme für das Grundstück nicht infrage – so lautet ein Fazit aus der Projektgruppe. Daher der Vorschlag: Planer sollten für das Grundstück Ideen vorbringen, wie sich Wohnungen, ein Gesellschaftsraum, eventuell Büroräume und eine schöne Außengestaltung realisieren lassen.

Thema nicht länger
aufschieben

„Aber vielleicht will der neue Gemeinderat etwas eigenes“, sagte Bürgermeister Alois Salzeder (AWG). Ob es daher nicht besser sei, die Entscheidung auf die Zeit nach den Kommunalwahlen zu verschieben. Für Bärbel Bischoff (AWG) keine Option. Architekten sollen Pläne machen, anstatt das Thema länger aufzuschieben. „Wir müssen irgendwann zu Potte kommen.“ Ein solches Vorgehen unterstützte auch Manfred Römer (SPD). „Wir sollten es weiter verfolgen, vorerst wird ohnehin nichts beschlossen.“ Ein Planer würde vorgeben, was vorstellbar sein. Aus dem alten Kuhstall könne sich ein Café realisieren lassen, das alte Areal mit dem Stadl könne weg, stattdessen kann ein „schöner Vorplatz“ gestaltet werden. „Wir sollten unbedingt weitermachen.“

Das Projekt Pichlmeier weiter auf den Weg bringen oder doch abwarten? Das Gremium war sich darin ziemlich uneins. Daniela Reingruber (CSU) wollte vor den Kommunalwahlen nichts mehr anstoßen. „Das neue Gremium soll sich komplett damit befassen.“ Eine Meinung, die auch Thomas Wintersteiger (CSU) teilte, da in der Verwaltung ohnehin viele Themen offen seien.

Jetzt das Projekt voranzutreiben, bewertete Gertraud Langbauer (Freie Bürger) als „sinnfrei“. „Bis Februar wird ohnehin nichts passieren.“ Außerdem kritisierte sie die fehlende Bürgerbeteiligung. Ideen seien begraben worden, Bürger hätten sich in die Projektgruppe nicht einbringen dürfen. Das Interesse der Bürger hätte es nicht gegeben, hielt der Bürgermeister entgegen. An einem Informationsabend hätten nur wenige Bürger ihre Ideen eingebracht.

Daniela Reingruber vermisste einen ersichtlichen Konsens der Projektgruppe. Das Gebäude wegreißen und vorerst einen Kiesplatz zu gestalten, hielt sie für den falschen Weg. Einen entsprechenden Vorschlag hatte Christian Mayerhofer (AWG) eingebracht. In einem Abriss sah er eine erste Entscheidung, denn seiner Meinung nach ist das Gebäude „nicht zu retten“. Durch einen Abriss ließe sich die Straßenführung regeln, der Platz möglicherweise fürs Dorffest nutzen.

Vorschläge
schwierig umzusetzen

Dass sich die Projektgruppe nur wenig Gedanken gemacht habe, diesen Vorwurf wollte Josef Edtmüller (AWG) nicht stehen lassen. „Es gab gute Vorschläge, aber die waren in der Umsetzung schwierig.“ Dazu hätte es oft jemanden gebraucht, der sich um die Gebäude kümmere. „Vielleicht hängt man zu stark an dem Gebäude und sieht den schlechten Zustand nicht.“ Lukas Salzeder (AWG) wünschte sich Daten und Fakten. Nach Aussage von Bürgermeister Salzeder hätten vier Architekten das Gebäude begutachtet. Drei rieten zu einem Abriss, nach Meinung eines vierten ließe sich das Gebäude erhalten.

Erhalten oder Abriss? Diese Frage wird der aktuelle Gemeinderat nicht mehr beantworten. Denkbar knapp mit 9:7 Stimmen entschied das Gremium, das Thema auf die Zeit nach der Kommunalwahl zu vertagen.

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