Aschau – Der Eisenbahnunterführung in Klugham beschäftigt die Gemeinde Aschau schon länger. Nach einem Bürgerentscheid war klar: Die Unterführung soll verbreitert und erhöht werden. Pläne und Kosten liegen vor, doch der Gemeinderat hat eine Entscheidung über das weitere Vorgehen vertagt. Die Gemeinde will einen Termin bei der Regierung von Oberbayern am Montag abwarten, die Bahn steht unter Zeitdruck.
Drei Jahre liegt der Bürgerentscheid zurück, doch durch die Arbeiten am Innkraftwerk kann die Maßnahme frühestens erst 2022 starten. Geplant war die Unterführung mit einer lichten Breite von 6,50 Meter, die Fahrbahnbreite soll 5,50 Meter sein. Die Kostenbeteiligung der Gemeinde Aschau wurde mit 65:35 vereinbart. Nach den Plänen belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 3,2 Millionen Euro, wie Marina Schlinsog von der Deutschen Bahn bei der jüngsten Sitzung erklärte. 2,1 Millionen Euro müsste die Gemeinde übernehmen, bekommt aber eine Ausgleichszahlung der Bahn von rund 993000 Euro rückerstattet. Damit bleiben 1,1 Millionen Euro für die Gemeinde übrig.
Förderung nur, wenn
breiter gebaut wird
Möglicherweise könnten diese Pläne nun obsolet werden. Vom Freistaat gibt es nur dann eine Förderung von bis zu 60 Prozent, wenn das Bauwerk mindestens eine lichte Weite von 7,50 Meter und einer Fahrbahnbreite von 6,50 Meter aufweist. Denn die Strecke durch die Unterführung fällt in die Kategorie „stark befahrene Straße“ und sollte daher breiter gebaut werden. Unklar war in der Sitzung, ob eine Verbreiterung der Durchfahrt auch einen breiteren Straßenzulauf auf der gesamten Länge erfordert. Ein Gespräch mit der Regierung soll für Klarheit sorgen.
Über die Kosten für einen verbreiterten Straßenverlauf mochte man sich im Gremium noch keine Gedanken machen. Die Kosten werden damit aber deutlich steigen. Zu den Mehrkosten allein für eine 7,50 Meter breite Unterführung konnte Marina Schlinsog keine Aussage treffen. Bürgermeister Alois Salzeder (AWG) war aber zuversichtlich, dass die Mehrkosten sich dafür im überschaubaren Rahmen bewegen.
„Mehrkosten aufgrund einer Fehlinformation“, Daniela Reingruber (CSU) war nicht erfreut. „Wir müssen höher und weiter bauen, nur dann bekommen wir eine Förderung“, fasste sie es zusammen. Die Breite mit 7,50 Meter sei erst bei einem Gespräch in München aufgetaucht, erklärte Salzeder. Zuvor ging man davon aus, dass eine Breite von 6,50 Meter ausreiche.
Bürgermeister Salzeder machte die Beteiligung der Gemeinde von einer Förderung abhängig. „Wenn sich alles ändert, dann ist die Gemeinde wohl draußen.“ Sollte die Gemeinde aus dem gemeinsamen Projekt aussteigen, werden die Maße der Unterführung so bleiben, wie sie jetzt sind. „Die Gemeinde muss dann die in Sand gesetzten Planungskosten übernehmen“, sagte Schlinsog. Die liegen bei rund 100000 Euro.
Doch so weit ist es noch nicht: Nach dem Gespräch mit der Regierung am Montag will der Gemeinderat auf Basis dieser Informationen in einer Sondersitzung über das weitere Vorgehen entscheiden. Da waren sich die Gemeinderäte einig.
Marina Schlinsog von der Bahn machte derweil Zeitdruck. Um den Bautermin im Jahr 2022 halten zu können, braucht sie bis spätestens Ende November eine Entscheidung. „Wir müssen jetzt beim Eisenbahnbundesamt Baurecht beantragen, sonst ist der Bautermin nicht zu schaffen.“ Die Maßnahme soll nämlich mit anderen Projekten auf der Strecke zeitlich realisiert werden.