Waldkraiburg – Die CSU hat ihre Kandidaten für den Stadtrat präsentiert. 30 Namen, davon 46 Prozent Frauen, stehen auf der Liste. Bereits Ende Oktober hatte der CSU-Ortsverband-Sportmoderator Wolfgang Nadvornik als Bürgermeisterkandidaten für Waldkraiburg nominiert. Er führt auch die Stadtratsliste an.
Die Probleme
der Stadt lösen
Eine „schlagkräftige Liste“ stellte CSU-Vorsitzender Karl Heinz Stocker im Restaurant Korfu vor. Ausgewogen Frauen und Männer sind berücksichtigt, fast die Hälfte sind Frauen. Verschiedene Berufsgruppen sind auf der Liste vertreten, von 22 bis 67 sind alle Altersschichten dabei. Unter ihnen auch sieben Stadträte. Die Liste wurde einstimmig angenommen.
Angeführt wird die Liste von Wolfgang Nadvornik. Für ihn sei klar, dass die Stadt jetzt erst recht einen „Wadlbeißer“ braucht. „Gestern war ich im Tierheim. Ich würde mich schämen, wenn ich an einem solchen Arbeitsplatz tätig sein müsste.“ Er kritisierte die Unterbringung der Mitarbeiter in einem alten Wohnwagen und die sanitären Anlagen in Pürten.
Ihm zufolge seien auch das Waldbad, die Feuerwehr und das ehemalige Berufsbildungszentrum Peters „Baustellen“ in der Stadt. „Wenn ich da draufschaue, muss ich das doch morgen gelöst haben. Wir als Team, die Stadträte und ich, werden die Probleme in Waldkraiburg lösen.“ Ihn freue es, dass sich die anderen Bewerber um das Bürgermeisteramt in Waldkraiburg mehr mit seiner Person als mit Inhalten beschäftigen.
Kritik an der aktuellen Stadtpolitik gab es auch von Anton Sterr, Sprecher der CSU-Fraktion im Stadtrat. Die Schulstadt Waldkraiburg müsse ausgebaut, das Gymnasium zukunftsfähig gemacht werden. Aus dem von der UWG 2014 propagierten Abbau von Leerständen sei nichts geworden, die Zahl leer stehender Gebäude und Wohnungen habe zugenommen.
„Wenn die Stadt die Stelle eines Citymanagers ausschreibt, soll dieser erledigen, was die Verwaltung in den vergangenen sechs Jahren nicht geschafft hat.“ Hinzu kommen sinkende Einnahmen bei der Gewerbesteuer und ein Anstieg der Schulden in den nächsten vier Jahren von 14 auf 28 Millionen Euro. Für die CSU sei das Thema Waldbad keine Sachfrage, sondern habe eine hohe emotionale Komponente.
Für Sterr ist klar: Die Stadt braucht wieder einen „Wadlbeißer“ – wie in der Vergangenheit. Waldkraiburg hätte kein Vollgymnasium, wenn der damalige Bürgermeister Jochen Fischer nicht ein Wadlbeißer gewesen wäre. Ohne Wadlbeißer Siegfried Klika, der bis zum Oberlandesgericht gegangen war, gäbe es heute keine Geothermie in Waldkraiburg. Im Falle des biobasierten Energiezentrums sei die CSU-Fraktion im Stadtrat Wadlbeißer gewesen und hätte sich gegen die UWG durchgesetzt. „Waldkraiburg braucht einen Wadlbeißer und keinen Softie an der Spitze der Stadt.“