Erich Gottwald
Lisa Sieber
Thomas Duxner
Aschau – Es war die letzte Bürgerversammlung, die Alois Salzeder als Bürgermeister leitete. Das Prozedere war allerdings wie immer. Er hielt einen Jahresrückblick, schilderte zahlreiche Maßnahmen, die die Gemeinde 2019 durchgeführt hatte und nannte Zahlen. Zum Beispiel, dass Aschaus Einwohnerzahl im Vergleich zum vergangenen Jahr von 3210 auf 3166 Bürger zurückgegangen ist. Kristin Wolf war Maria Hansmeier als Rektorin der Grundschule Papst Benedikt XVI. gefolgt. Diese war im abgelaufenen Schuljahr von 129 Schülern in sechs Klassen besucht worden (Durchschnitt: 21,5).
Einen Schwerpunkt legte der Bürgermeister auf aktuelle und künftige Baumaßnahmen. Der Anbau des Gerätehauses bei der Feuerwehr ist fertiggestellt, bei den Kosten von 500000 Euro trug die Gemeinde einen Eigenanteil von 100000 Euro. Die Kinderkrippe wurde erweitert, im oberen Geschoss des Kindergartens entstehen zwei neue Räume. Salzeder erklärte, dass Betreuungsplätze sehr begehrt sind, der Bedarf werde weiter wachsen, weil schon viele Kinder mit einem Jahr das Angebot in Anspruch nehmen und es auch immer wieder Kinder gebe, die vom Schulbesuch zurückgestellt wurden.
Schmiedweg im Frühjahr sanieren
Die Erweiterung des Kindergartens soll bis Mai 2020 abgeschlossen sein. Die Wasserversorgung am Wirts- beziehungsweise Bräuberg ist in der Sanierungsphase, bisher wurden bereits 160 Absperrschieber ausgetauscht, die restlichen 35 werden im Bereich Ahorn-, Kirchen- und Lärchenstraße 2020 folgen.
Die Bahnunterführung Klugham wird erneuert, aus diversen Gründen hat sich jedoch der Baubeginn verzögert. Die Planungsarbeiten insbesondere bezüglich des Umweltgutachtens seien sehr aufwendig, Baurecht muss geschaffen werden und es gebe eine Überschneidung mit dem Ausbau des Innkraftwerks, das zuerst fertiggestellt werden muss. Die Regierung von Oberbayern schreibt auch vor, dass die Brücke über die Unterführung 7,5 Meter breit sein muss und nicht nur 6,50 Meter.
Mit der Sanierung von Schmiedweg und Kirchenstraße soll im Frühjahr begonnen werden. Besonderes Augenmerk müsse auf die Friedhofsmauer gerichtet werden, die ebenfalls renoviert werden muss.
Die Gemeinde hat vor längerem das ehemalige Gasthaus Pichlmeier gekauft. Bei einer Informationsveranstaltung über das weitere Vorgehen sei das Bürgerinteresse nur sehr gering gewesen. Ein Gutachten, ob das Gebäude erhaltungswürdig ist, würde rund 50000 Euro kosten, sagte der Bürgermeister. Die weiteren Planungen sind vorerst bis Mai 2020 gestoppt. Der neue Bürgermeister und Gemeinderat sollen das Thema auf ihrer Agenda haben.
Hochwasserschutz
verbessern
Im Baugebiet Wiesengrund II sind 13 von 21 Grundstücken verkauft. In nächster Zeit sollen vier weitere Grundstücke vergeben werden. Die übrigen vier Grundstücke sind Angelegenheit des neuen Gemeinderates. An der Jettenbacher Straße ist ein neues Baugebiet entstanden. Dieses beinhaltet ein allgemeines Wohngebiet mit zehn Wohnbaugrundstücken und ein Mischgebiet mit 5400 Quadratmetern. Vorerst erfolge keine Vergabe dieser Grundstücke, sagte Salzeder.
Das Gewerbegebiet Thann ist weiterhin in der Diskussion. Viel Möglichkeiten hat die Gemeinde nicht. Denn wie der Bürgermeister erläuterte, gebe es ein „Vorranggebiet Kies“. Kiesabbau geht vor Wohnbau. Zum anderen bestehen Schutzkreise für die Firmen ZF, Nitrochemie und Bayernchemie.
Im Frühjahr 2020 soll das Wehr in Jettenbach erneuert werden, das alte Wehr wird abgerissen. Im Zuge der Maßnahme wird der Damm um 70 Zentimeter erhöht, um den Hochwasserschutz im Raum Jettenbach zu verbessern.
Wichtig für die Zukunft im Hinblick auf die Elektromobilität war der Neubau des Waldkraiburger Umspannwerkes. Deshalb könne für Waldkraiburg und Aschau eine größere Strommenge erzeugt werden. Diese Maßnahme, so der Bürgermeister, hatte die bayerische Staatsregierung im Rahmen eines Raumordnungsverfahrens verfügt.
Die Autobahn A 94 wurde Anfang Oktober eröffnet, wie sich diese neue Schnellstraße auf die Gemeinde Aschau auswirkt, werde sich, laut Bürgermeister, erst zeigen.
Ein letzter Tagesordnungspunkt betraf die Suche nach Standorten für Mobilfunkmasten, was immer ein Problem darstellt: Jeder will mobil telefonieren, keiner aber die dazu nötigen Masten vor der Haustür haben. In Aschau will das Berufsbildungswerk Don Bosco in Waldwinkel einen sechs Meter hohen Mast bei der Cafeteria bauen. Ein zweiter Mast soll laut Salzeder aufgrund der schlechten Versorgung im Industriegebiet entstehen.