Bürgerantrag ist nicht vom Tisch

von Redaktion

Initiative bleibt dabei: Der gesamte Wald an der Daimlerstraße soll bleiben

Waldkraiburg – Der Konflikt um die geplante Erweiterung des Industriegebiets nördlich der Daimlerstraße ist auch nach einer Verbreiterung des Grünstreifens östlich der Schilcherlinie noch nicht beendet. Denn die Bürgerinitiative „Waldkraiburg – Stadt im Grünen“ um Irmy Pöschl-Moser machte bei einer Waldbegehung mit Vertretern verschiedener Organisationen und Parteien klar: Sie hält weiter an ihrem Bürgerantrag fest.

Bürgerinitiative hält
an Forderung fest

Mehr als 20 Leute sind an diesem Vormittag zur Schilcherlinie gekommen. Mit warmen Schuhen, Mützen und Anoraks ging es die Schilcherlinie entlang in den Wald hinein, weg vom Straßenlärm. Genau darum geht es den Initiatoren: Zu zeigen, warum dieses Waldstück so wichtig ist, warum es nicht nur für die Anwohner so viel Wert hat. Lebensraum für Tiere, Naherholung für die Anwohner und eine Abtrennung zum bereits bestehenden Industriegebiet.

Damit das größer werden kann, soll ein Teil des Waldes weichen. Industrie und Wohnbebauung würden damit näher zusammenrücken – getrennt von der rund 50 Meter breiten Schilcherlinie und östlich davon nochmals 20 Meter Wald. Doch für die Bürgerinitiative ist das nicht genug: „20 Meter sind wie ein kleines Bonbon.“ Daher will die Initiative weiter an ihrer Forderung festhalten: Die geplante Erweiterung des Industriegebiets nördlich der Daimlerstraße soll gestoppt werden, das gesamte Waldgebiet muss wegen seiner besonderen Bedeutung für den lokalen Klima-, Immissions- und Lärmschutz erhalten bleiben. „Die Seite der Stadt ist gehört. Jetzt wollen wir zeigen, warum der Wald so wichtig für die Bürger ist“, sagte anfangs Irmy Pöschl-Moser. Im Gegensatz zu einem nebligen Tag im November sei hier im Sommer viel los: Spaziergänger mit oder ohne Hund, Jogger und Radfahrer sind auf dem Hauptweg, aber auch auf vielen kleinen Trampelpfaden unterwegs. Aber auch Angestellte der umliegenden Betriebe würden die Schilcherlinie für ihre Mittagspause nutzen. „Viele Bürger haben keinen eigenen Garten. Wo sollen die hin?“, tauchte die Frage auf. Die Schilcherlinie diene vielen als Naherholungsgebiet. „Waldbaden – hier wird das praktiziert“, ist Irmy Pöschl-Moser überzeugt. Deshalb sei die ganze Fläche notwendig.

Umweltgedanke
mehr berücksichtigen

Der Wunsch nach Naherholung einerseits, andererseits der Wunsch der Industrie nach weiteren Flächen. Anwohner und Mitglieder der Bürgerinitiative stellten bei der Waldbegehung aber genau das infrage: Brauchen die Firmen die Flächen jetzt tatsächlich? „Die Firmen drohen immer wieder damit, dass sie abwandern. Soll die Stadt den Betrieb doch gehen lassen. Wir haben jetzt die Autobahn, andere Firmen werden schon kommen“, macht ein Anwohner seinem Unmut Luft.

Ganz so einfach ist es aber nicht: Denn verliert die Stadt einen Betrieb, gehen damit Einnahmen aus Gewerbesteuern und Arbeitsplätze in der Stadt verloren. Firmen sollten effektiver bauen. „Es braucht ein Umdenken bei der Flächenverschwendung“, lautet eine andere Meinung.

Den Anwohnern fehlt ein Blick auf das große Ganze, einen „Fünf-Jahres-Plan“ soll die Stadt im Kopf haben. Doch die Rahmenbedingungen in Waldkraiburg sind nicht einfach: Entwicklungsmöglichkeiten gibt es nur noch in Waldgebieten. Daher soll der neue Stadtrat einen neuen Stadtentwicklungsplan auf den Weg bringen, bei dem auch der Umweltgedanke mehr berücksichtigt werde, lautete ein Wunsch.

Wie geht es nun für die Bürgerinitiative weiter? Die Bürgerinitiative will nun abwarten, wie der Stadtrat über den eingereichten Bürgerantrag entscheidet. Abhängig davon soll das weitere Vorgehen dann geklärt werden.

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