Waldkraiburg – Also, das Fazit von John, dem fünfjährigen Bruder der Faschingsprinzessin fällt ziemlich eindeutig aus: „Immer nur tanzen ist ziemlich langweilig. Ich will einmal kein Faschingsprinz werden“. Der Bub schaut bei diesem Urteil verschmitzt seine elfjährige Schwester Kimberly an, die in Waldkraiburg als neue Faschingsprinzessin das Zepter schwingen wird. Selbstverständlich führt sie ein smarter Prinz durch die närrische Zeit.
Schwierige Suche
nach dem Prinzen
Die hübsche Realschülerin gibt jedoch zu: „Ein Prinz war nicht leicht zu finden. Die Buben, die ich gefragt habe, erteilten mir alle Absagen“.
Gut, dass es da Willi Richter gibt. Er und Kimberly kennen sich schon aus der Kindergartenzeit, gehen jetzt aber nicht auf die gleiche Schule. Der 13-jährige Willi bat sich Bedenkzeit aus, bevor er einwilligte, mit Kimberly in die Faschingssaison zu starten. Mama Selina freut sich über die Entscheidung ihres Sohnes, ist sie doch im Jahr 2004/2005 mit ihrem Mann, der auch Willi heißt, ebenfalls als Faschings-Prinzenpaar aufgetreten.
Das Gaudi-Gen scheint also in der Familie zu liegen. Und bei Kimberly Kielack ist sowieso alles in trockenen Tüchern, denn die Prinzessin tanzte bisher bei den „Little Diamonds“ mit.
Wie es ist, im Rampenlicht zu stehen, weiß die Schülerin daher schon einige Jahre. „Unsere Tochter besuchte bis zum 11. November noch regelmäßig das Tanz-Training der Little Diamonds. Es sollte alles wie immer laufen, damit ja niemand auf die Idee kommt, dass sie die neue Prinzessin sein könnte“, erklärt Mutter Nicole.
Das Geheimhalten forderte Kimberly ziemlich heraus. Manchmal wollte sie die Neuigkeit ihren besten Freundinnen schon ausplaudern, aber die kleine Hoheit hielt eisern durch.
Jetzt bloß keine
Erkältung kriegen!
Mit der Geheimhaltung hatte Willi weniger Probleme. Mama Selina schon eher, wie sie verrät. Willi ist ein sportlicher Bub, der gerne Ski fährt und schwimmt. Bodenturnen gehört ebenfalls zu den Leidenschaften des Prinzen. Jetzt wurden seine sportlichen Ambitionen noch um das Tanzen erweitert. Das Prinzenpaar trainiert mindestens einmal pro Woche beim Tanzsportclub Weißblau, damit am 5. Januar in der Dreifachturnhalle an der Franz-Liszt-Schule alles klappt, wenn um 17 Uhr zum großen Inthronisationsball eingeladen wird. Die Kinder stellen sich auf eine lustige Zeit ein, die bis zum Aschermittwoch mit viel Spaß daher kommen soll. „Erkältungen und Verletzungen können wir natürlich nicht gebrauchen“, gibt Kimberly zu bedenken. Sie und Willi hoffen daher auf eine ausgelassene und ungetrübte Faschingssaison.