Jettenbach – Marianne Steiner ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Sie war über 30 Jahre lang freie Mitarbeiterin beim OVB. Marianne Steiner fühlte sich ehrenamtlich verantwortlich für alle lokalen Berichte in der Gemeinde Jettenbach und ließ damit die Zeitungsleser am Dorfgeschehen teilhaben. Geburtstage und Nachrufe gehörten genauso zu ihrem Aufgabenbereich wie Gemeinderatssitzungen und Vereinsveranstaltungen. Die Gemeinde ist mit ihrem Tod um ein geschätztes, wichtiges Mitglied ärmer geworden.
Der Lebensweg von Marianne Wellischek begann am 12. Juni 1936 in Welperschitz im Sudetenland. Als Älteste von sechs Geschwistern wuchs sie wohlumsorgt auf dem elterlichen Bauernhof auf. An ihrem zehnten Geburtstag erfolgte die Vertreibung aus der geliebten Heimat.
Mit ihrer Familie kam sie nach Frauenhurt bei Traunstein, dort wurden sie von einer kinderreichen Familie aufgenommen. Nachdem der Vater aus dem Krieg zurückgekehrt war, übersiedelte die Familie nach Traunwalchen, wo der Vater Arbeit fand. Im Jahr 1957 bezogen sie ihr eigenes Haus und damit eine neue Heimat.
Nach der mittleren Reife am Gymnasium in Traunstein machte Marianne Steiner eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Dort lernte sie auch Lorenz Steiner aus Übersee kennen und lieben. Geheiratet wurde im November 1960 nach dem Umzug nach Waldkraiburg. Ihre einzige Tochter Christiane vervollständigte das Eheglück. Eine Jettenbacherin wurde Marianne Steiner mit dem Einzug in das neuerbaute Haus im Oktober 1979. Mit sehr viel Mühe, Fleiß und Leidenschaft bewirtschaftete sie als begeisterte Gärtnerin bis zu ihrem Tod ihren großen Garten, es konnten alle Sorten von Obst und Gemüse geerntet werden. Außerdem zeugen die vielen Handarbeiten, gestickte Decken und Kissen von ihrer Kreativität.
Die Sorge um ihre Familie war für sie Lebensinhalt, bis zum letzten Tag ihres ausgefüllten Lebens war sie im Haushalt tätig und unterstützte dabei ihre Tochter, besonders in den letzten zwei Jahren, als bei der Tochter eine schwere Krankheit auftrat.
Besonders freute sie sich immer auf die jährlichen Treffen mit ihren Cousinen aus der alten Heimat und sie genoss die Urlaubsreisen mit der Familie. Ein großer Verlust war für sie der Tod ihres Gatten im Jahr 2008.
Als Mitglied bei der Frauengemeinschaft, beim VdK-Ortsverband und beim Obst- und Gartenbauverein war sie sehr beliebt. Ein großer Schock war für ihre Familie der so plötzliche Tod, sie hinterlässt eine große Lücke.