Waldkraiburg – Der Bedarf an Betreuungsplätzen ist da und bleibt auch vorerst bestehen. Es ist unbestritten, dass für die Stadt Handlungsbedarf besteht. Nicht ganz einig waren sich die Mitglieder im Bauausschuss, an welchem Standort das Problem gelöst werden soll. Der Stadtrat hat sich jetzt einstimmig vorerst nur auf eine Variante festlegen wollen.
Von insgesamt zwölf Gruppen ist die Rede, die in den nächsten Jahren in der Stadt fehlen – von der Kinderkrippe bis zum Hort. Eine Machbarkeitsstudie hat vier Standorte näher untersucht. Das Ergebnis: Lediglich an der Graslitzer-Grundschule lassen sich Krippe, Kindergarten und Hort an einem Platz unterzubringen. Ebenfalls groß genug ist das Grundstück nördlich der Feuerwehr, aber ein Hort macht dort keinen Sinn.
Nur den Hort an
die Grundschule
Diese Möglichkeiten hatten Mitglieder der CSU im Bauausschuss bereits kritisiert. Im Stadtrat hielten sie erneut daran fest, dass die Holzkirche als Variante für eine Kindertagesstätte verfolgt werden soll. Priorität aber hat Variante A, die eine Erweiterung der Kita St. Christophorus vorsieht. Die Gespräche sind aber nach Aussage von Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) noch nicht geführt.
Der Hort soll dort gebaut werden, wo Bedarf sei, sagte CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr. An der Graslitzer-Grundschule. „Hort und Kita an der Grundschule – das hatten wir an anderer Stelle bereits diskutiert.“ Als Übergangslösung war vergangenes Jahr eine Containerlösung für eine Kita neben der Beethoven-Grundschule im Gespräch, die aber bald wieder verworfen wurde.
Das Grundstück an der Feuerwehr würde die CSU am liebsten komplett streichen. „Die Fläche sollte nicht weiter im Verfahren sein“, sagte Sterr. Gewerbe und Kinder sollte man voneinander trennen.
Zu viele Fragezeichen sah Bürgermeister Robert Pötzsch beim Standort an der Holzkirche. „Die Parksituation ist ungelöst und außerdem steht die Holzkirche auf dem Grundstück.“ Nur falls die Erweiterung der Kita St. Christophorus nicht möglich sei, soll an der Graslitzer-Schule gebaut werden.
Eine Trennung von Kita und Hort wünschte sich auch Lydia Partsch (UWG), die Schulleiterin an der Graslitzer-Grundschule ist. Damit alles reibungslos läuft, soll dort ausschließlich der Hort favorisiert werden. Das Gelände sei zwar groß genug, aber die Schule würde sich nicht darum reißen, Grünflächen abzugeben.
Fraktionskollegin Karin Bressel sah keine andere Möglichkeit als die Erweiterung von St. Christophorus. Personal und Infrastruktur seien vorhanden, die Nachbarn würden die Situation kennen. Ganz anders als an Nepomuk-Kirche, die mitten im Wohngebiet liege.
Jetzt noch keine
Alternative suchen
Was die Erweiterung von St. Christophorus betrifft, darüber waren sich alle einig. „Aber es braucht Plan B“, sagte Pötzsch. So weit wollte Anton Sterr noch gar nicht denken. „Die Kita-Erweiterung ist am sinnvollsten. Erst wenn diese Variante nicht zum Tragen kommt, sollen wir eine Alternative suchen.“
Architekt Johannes Kessner wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Verkehrssicherung an der Kita St. Christophorus nicht optimal sei. Robert Pötzsch sah darin kein Problem: „Beim Schultausch werden wir das ohnehin angehen.“
Die Stadt soll nun die Erweiterung von St. Christophorus verfolgen. Sollte dies nicht möglich sein, kommt das Thema erneut auf die Agenda.