Gars – Am dritten Adventssonntag, rechtzeitig vor dem Fest, war die Weihnachtskür des Garser Einrad-Teams mit der Aufführung Märchens „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ hervorragend geeignet, ein Publikum, dem die Turnhalle der Mittelschule gerade noch Platz bot, in vorweihnachtliche Stimmung zu versetzen.
35 Einradartisten wirbeln herum
Dazu trug der festlich geschmückte Raum bei, mehr aber noch die von 35 jungen Einradartisten tänzerisch und akrobatisch überzeugend umgesetzte Handlung des mittlerweile als „Weihnachtsklassiker“ zu bezeichnenden Märchens selbst. Dieses, vielen Zuschauern durch die DDR-Verfilmung des Kunstmärchens von Božena Nemcovà aus dem Jahr 1973 bekannt, wurde ihnen in allen Handlungsschritten stimmungsvoll vor Augen geführt.
Leinwandprojektion und tolle Lichtregie
Dazu hatte sich die Trainerin Heike Höhne mit ihrem Team sich einiges einfallen lassen: Die Akteure traten in nach Szenen wechselnden passenden mausgrauen bis höfisch prächtigen Kostümen auf. Auch wurden Möbel des Schlosses und alle notwendigen Utensilien wie zerbrechende Schüsseln, ein Zweig mit Haselnüssen, Armbrüste, ein Erlass aus Pergament, eine Schüssel mit Erbsen und schließlich der wichtige verlorene Schuh in die zuweilen halsbrecherisch wirkenden und mit häufigem Szenenapplaus bedachten akrobatischen Figuren der Einradfahrer mit einbezogen.
Hinzu kamen eine professionelle Lichtregie und eine große Leinwandprojektion, durch die, untermalt mit romantischer Filmmusik auch Teile der Handlung, die nahtlos wieder ins Dreidimensionale übergingen, mitzuerleben waren.
Im Film erlebt Aschenbrödel auf einem Speicher die Verwandlung der Haselnüsse zu prächtigen Kleidern – unmittelbar danach erscheint sie leibhaftig auf dem Einrad vor den Zuschauern. Diesen war anzumerken, dass sie sich von den Darbietungen der jungen Künstler beeindruckt waren.
Vor ihren Augen fegten die jungen Leute über die große Aktionsfläche: Allein, in kleinen Grüppchen oder als Kinderschar. Oder Täubchen darstellend, die dem Aschenbrödel helfen, rechtzeitig und unerkannt auf den königlichen Ball zu kommen, wo der Prinz seine zukünftige Braut erwartet.
Multimedial abgestimmt waren Szenen wie jene, in der auf der Leinwand ein Vogel oder im tiefen Schnee des Winterwaldes ein Reh auftauchen, bevor die Jagdgesellschaft des Prinzen und unerkannt das Aschenbrödel selbst mit ihren Armbrüsten übers Parkett jagen.
Anhaltender Schlussapplaus bescherte dem Publikum zwei Zugaben, darunter eine Gruppenkür zum Evergreen „There’s No Business Like Show Business“, mit der vier junge Damen einen bayerischen Vizemeistertitel errungen hatten.