Kraiburg – „Komm, wir gehen nach Bethlehem“ – unter diesem Motto stand das traditionelle Kraiburger Adventssingen, das heuer zum 44. Mal in der Marktpfarrkirche St. Bartholomäus stattfand. Die Pfarrei Kraiburg als Veranstalter hatte mit Organisator Franz Scheitzeneder wieder ein sehr ansprechendes Programm zusammengestellt, bei dem die Zuhörer mit „musikalischem Genuss“ belohnt wurden.
Klangvoll stimmten die Kraiburger Bläser bereits draußen vor der Kirche zum Adventssingen ein. „Als unser Herr“ oder „Erhebt in vollen Chören“ gehörte ebenso zu ihrem Repertoire wie die „Adventsweis“. Stimmgewaltig und doch mit feinem und eindrucksvollen Gesang erfreute der „Fischer Dreigsang“, instrumental begleitet von Karl Bönisch.
Die Fischer-Brüder Kurt, Gerd und Schorsch stimmten zu Beginn „In Nacht und Dunkel“ an, das bekannte „Ave Maria“ oder „Und drauß’d geht da Wind“ beeindruckte ebenso wie „Los Hiasl, Nachbar“. „Mitten im Winterschnee“ oder „Und unser lieben Frauen“ gaben die Flossinger Sängerinnen zum Besten und ließen weitere besinnliche Lieder wie „O liabste Braut“ wie auch „David’s Stadt, ein großer Namen“ feinstimmig ertönen.
Das Musiker-Trio „Knopf-Soatn-Musi“ spielte beim „Choral“ oder den „Erinnerungen“ mit Gitarre, Bassgeige und Diatonischer ebenso frisch auf wie bei der „Hermann Trilogie“ oder dem Stück „Deiner!“. Bei der „Burgmusik“ oder „Thomas Nacht“ brillierte das Duo „CrembalumArpa“ mit feinem Harfenspiel und der Maultrommel ebenso wie beim „Perchtentanz“ und dem „Lenteler“. Die Saiten erklingen ließ der „Saitenvierer“ beim „Aufweck Stückl“ oder „Auersberger Tandler“ und interpretierte auch „Langsamer Landler“ wie auch den „Uffinger Halbwalzer“.
Mucksmäuschenstill war es nicht nur bei Musik und Gesang, sondern auch zwischen den einzelnen Programmblöcken, wobei Schorsch Fischer in bewährter Manier seine Textbeiträge stimmig, gekonnt und themabezogen vortrug. „Ihr seid eingeladen auf die Reise nach Bethlehem – und mia brauchan eia Herz dazua“, begrüßte er schon eingangs die zahlreichen Besucher. Die Legende „Die singenden Mönche“ las er ebenso vor wie die „Waldbauern – ohne Worte“, was auch „Friede den Menschen“ verdeutlichen soll. Zum Nachdenken regte die Geschichte eines kleinen Buben an, der seine Mutter und Schwester verloren hat. Dabei wurde die Unwichtigkeit des „Weihnachtsstresses“ herausgestellt. „Ein Hirtenjunge brachte dem Kind in der Krippe einen Stern aus Stroh, der war sehr wertvoll“, betonte der Sprecher abschließend.
„Vergelt’s Gott allen Mitwirkenden und Organisatoren wie auch Besuchern“, dankte Pastoralreferentin Christina Fraunhofer und ging ebenfalls auf das Thema ein. „Nehmen wir diese beeindruckende Veranstaltung mit als Proviant für unsere Reise nach Bethlehem“ und so gab sie am Ende der Reise allen den Segen.
Nach dem gemeinsam gesungenen Schlusslied „Macht hoch die Tür“, das die Kraiburger Bläser intonierten, belohnte lang anhaltender Applaus des begeisterten Publikums die Sänger und Instrumentalisten.