Aschau – Ein langes und erfülltes Leben ist zu Ende gegangen. Georg Otto Stimmer verstarb im Alter von 93 Jahren.
Sein Lebensweg begann am 30. März 1926 in Forsthub in der Gemeinde Obertaufkirchen, wo er als viertes von acht Kindern der Bauerseheleute Johann und Therese Stimmer geboren wurde.
Nach seiner Zeit an der landwirtschaftlichen Fachschule legte er die Meisterprüfung ab. Auch der Besuch der Katholischen Landvolkshochschule Wies trug zur Prägung seiner Persönlichkeit bei. 1943 wurde Georg Otto Stimmer zum Kriegsdienst eingezogen und kam 1945 aus der Gefangenschaft in Italien nach Hause.
1946 gründete er in Obertaufkirchen eine Katholische Landjugendgruppe und leitete von 1947 bis 1952 die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Mühldorf als Kreisobmann. Von 1952 bis 1954 war er Landesobmann und stellvertretender Bundesvorsitzender der KLJB. Über die Landjugend lernte er Kathi Pfeilstetter aus Aschau kennen und lieben. Im Mai 1954 heirateten die beiden und übernahmen Kathis elterlichen Wieserhof. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor. Zwei davon starben im Kindesalter.
1951 wurde er in den Kreistag Mühldorf gewählt und war in diesem Ehrenamt 39 Jahre lang aktiv. Von 1956 bis 1990 setzte er sich als Gemeinderat für das Wohl seiner neuen Heimatgemeinde ein, sechs Jahre davon als Zweiter Bürgermeister. 20 Jahre lang übernahm er den Vorsitz des CSU-Ortsverbandes Aschau.
Sein Engagement in der Jugendarbeit ging über in die Mitarbeit im Katholischen Landvolk Bayerns (KLB). Ab 1958 war er zehn Jahre lang Landesvorsitzender, zudem Mitglied des Diözesan- und Landeskatholikenrates. 25 Jahre leitete er als Kreisvorsitzender die KLB Mühldorf und rief 1968 mit Mitstreitern aus der Landvolkbewegung die Ostermontagswallfahrt nach Waldwinkel ins Leben.
Mit seiner Frau setzte er sich für die Laienmitarbeit in der Pfarrei ein und für einen kirchlichen Kindergarten in Aschau. Er initiierte eine landwirtschaftliche Betriebshelferstation im Landkreis und war viele Jahre deren Einsatzleiter.
20 Jahre führte er den Verein für Heimatpflege und Gartenbau. Zehn Jahre war er ehrenamtlicher Richter beim Bayerischen Verwaltungsgericht.
Georg Otto Stimmer war Bauer mit Leib und Seele. Am Wieserhof wurde viel aufgebaut und auf neuen Stand gebracht. Was möglich war, erledigte er selbst.
Er sang 40 Jahre lang Bass im Kirchenchor, dazu lange Zeit im Singkreis Aschau.
Zum Ehrenkonsultor der Marianischen Männerkongregation wurde er 1991 ernannt. Im gleichen Jahr übergaben die Wiesereltern den Hof an Sohn Otto und dessen Frau Barbara.
Als „Austragler“ brachte sich das Paar weiterhin gern in die Arbeit in Haus und Hof ein, konnte aber auch den Ruhestand genießen, zum Beispiel bei Pilgerreisen oder Badefahrten.
Das musikalische und ehrenamtliche Engagement ihrer Kinder und der 17 Enkelkinder unterstützten sie als Eltern und Großeltern immer. An seinen drei Urenkelkindern hatte er große Freude.
Als 2014 – kurz vor dem 60. Hochzeitstag – seine Frau Kathi starb, verarbeitete er diesen Abschied mit dem Schreiben seiner Lebenserinnerungen und mit der gärtnerischen Neugestaltung des Kapellenberges am Heimathof. Auch das Imkern war ihm bis ins hohe Alter eine liebe Beschäftigung.
Die Beschwerden, die das Älterwerden mit sich brachte, ertrug Georg Otto Stimmer mit großer Tapferkeit. Mehrere schwere Erkrankungen stand er in den letzten drei Lebensjahren durch und nahm, so gut es ging, seine Aufgaben wieder auf. Anfang November erlitt er einen Schlaganfall. Liebevoll umsorgt und begleitet verstarb er am Heiligen Abend.