Waldkraiburg – Der Wahlkampf in Waldkraiburg verspricht Spannung. Aus sieben Listen werden die Bürger ihre Kandidaten für den Stadtrat wählen können, außerdem stehen vier Kandidaten als Bürgermeister zur Wahl. Denn nach Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG), Wolfgang Nadvornik (CSU), Richard Fischer (SPD) will nun auch Valentin Clemente (FDP) seinen Hut in den Ring werfen.
Überraschend kam die Gründung eines Ortsverbandes der FDP kurz vor Weihnachten. Doch im Hintergrund liefen die Vorbereitungen dazu schon eine Weile. „Die Gründung war schon länger geplant, wurde aber immer wieder auf die lange Bank geschoben, weil Leute für den Vorstand fehlten“, sagt Valentin Clemente. Seit kurzem gibt es neben Mühldorf auch in Ampfing und Waldkraiburg einen Ortsverband. Vorsitzender in Waldkraiburg ist Dominik Scholtes. Um als Ortsverband ernst genommen zu werden, war auch klar: Es braucht einen Bürgermeisterkandidaten und eine Liste für den Stadtrat. Beides will der FDP-Ortsverband am kommenden Samstag, 11. Januar, um 18 Uhr im Restaurant Centrale nominieren.
Offene Liste für hohe Bürgerbeteiligung
„Wir haben uns bewusst für eine offene Liste entschieden: keine starre Politik, um eine hohe Bürgerbeteiligung zu erreichen“, sagt Valentin Clemente. Er selbst will sich als Bürgermeisterkandidat nominieren lassen. Für ihn ist klar. „Ich will etwas gestalten.“
Der 25-Jährige arbeitet im Rettungsdienst und Qualitätsmanagement bei der Rettungswache in Waldkraiburg. Mit der Stadt fühlt er sich verbunden, auch wenn er in Heldenstein wohnt. „Ich kenne die Probleme des knappen Wohnraums in der Stadt nur zu gut. Meine Wohnungssuche war bislang noch nicht erfolgreich.“ Seinen Lebensmittelpunkt sieht er ganz klar in Waldkraiburg, wo er sich bei der Wasserwacht und bei der BRK-Bereitschaft ehrenamtlich einbringt.
Jüngere Generation stärker einbinden
„Die Stadt hat sich rasant entwickelt, erlebt aber seit den vergangenen zehn bis 15 Jahren einen Stillstand. Es braucht Innovationskraft“, beschreibt er seine Motivation. Vieles könne in der Stadt besser gemacht werden, auch vermisse er in manchen Bereichen den Dialog. „Bürger sollten – gerade bei größeren Plänen – frühzeitig informiert werden, damit sich manche Themen nicht hochschaukeln“, sagt Clemente. Außerdem müsse die jüngere Generation stärker aktiv in die Gremien eingebunden werden. Entsprechend soll sich auch die Liste der FDP für den Stadtrat gestalten.
Die Politik ist für Valentin Clemente nicht neu: Seit Jahren ist er Mitglied bei der FDP, engagiert sich auch als Mitglied im Kreisvorstand. Bei der Bezirkswahl 2018 war er Direktkandidat für die FDP.
Nun also will er für die FDP als Bürgermeister kandieren. CSU, SPD und UWG haben bereits ihre Kandidaten nominiert, die FDP zieht am Wochenende nach. Vor sechs Jahren forderte die UWG die etablierten Parteien CSU und SPD zum ersten Mal mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten heraus, Robert Pötzsch schaffte es gleich im ersten Wahlgang ins Rathaus. Bei der Kommunalwahl im März kann der Wähler hinter einem von vier Namen sein Kreuzchen machen.
Vier Kandidaten, sieben Listen
Auch bei den Kandidaten für den Stadtrat ist die Auswahl groß. Neben den aktuell im Stadtrat vertretenen Fraktionen von CSU, UWG und SPD haben bereits die Grünen, die FDP und die AfD eine Liste aufgestellt. Auch die Linken haben eine Liste angekündigt. Eine vor Weihnachten geplante Aufstellungsversammlung musste allerdings kurzfristig aus verschiedenen Gründen abgesagt werden. Einen neuen Termin gibt es bislang nicht, die Linken wollen aber jedenfalls rechtzeitig vor Fristende ihre Liste präsentieren. Dann kämpfen Kandidaten auf insgesamt sieben Listen um einen der 30 Plätze im Stadtrat. Aktuell haben CSU und UWG jeweils zwölf Sitze, die SPD hat sechs Sitze im Stadtrat.