Steine ins Rollen bringen

von Redaktion

Gerhard-und-Ellen-Zeidler-Stiftung fördert Naturschutz

Waldkraiburg – Naturschutz ist heute wichtiger denn je. Dem Ehepaar Gerhard und Ellen war schon vor Jahrzehnten dieses Thema eine Herzensangelegenheit. 1994 hatten sie die Gerhard-und- Ellen-Zeidler-Stiftung gegründet, die sich die Förderung von Projekten in den Bereichen Natur- und Tierschutz zum Ziel gesetzt hat.

Blühstreifen an den Ackerrändern oder Zwischenfruchtanbau sind heute längst Teil des Landschaftsbilds. Nur eine von vielen Maßnahmen, die die Zeidler-Stiftung unterstützt. „Vor Jahren war das ein Novum“, erklärt Robert Pollner. Gemeinsam führt er mit Herbert Langstein als Vorsitzender die Stiftung im Sinn des Unternehmerehepaars weiter. Basis ihrer Entscheidungen: „Wie hätte das Ehepaar Zeidler gehandelt?“

Gerhard und Ellen Zeidler waren passionierte Jäger, der Natur- und Tierschutz lag ihnen am Herzen. Seit Bestehen hat die gemeinnützige Stiftung weit mehr als 100 Natur- und Tierschutzprojekte. „Das Erbe soll dort belassen werden, wo es erwirtschaftet wurde“, erklärt Robert Pollner den Hintergrund. Vorrangig in Waldkraiburg und in den Landkreisen Mühldorf und Altötting fördert die Stiftung Projekte zum Natur- und Tierschutz, aber auch in ganz Deutschland. Eine zweite Stiftung des Ehepaars, die Zeidler-Forschungs-Stiftung, unterstützt die Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Förderung des Gesundheitswesens sowie der Bildung und des Naturschutzes.

360 Kilometer
Blühstreifen

Zuletzt hat die Stiftung den Zwischenfruchtanbau auf 2000 Hektar und 360 Kilometer Blühstreifen gefördert. Doch das ist längst nicht alles: der Schutz von Ackerwildkräutern, ein Fledermaushotel, Artenhilfsmaßnahmen für den Kiebitz oder der Anbau der Durchwachsenen Silphie. Gerade letzteres Projekt hat die Stiftung „massiv unterstützt“. Die Durchwachsene Silphie ist eine Energiepflanze und eine Alternative zum Maisanbau. Der Ertrag ist nahezu vergleichbar, doch die Pflanze verursache im ersten Pflanzjahr mehr Aufwand und damit höhere Kosten. In den Folgejahren braucht die Pflanze aber keinen Pflanzenschutz mehr und bietet neuen Lebensraum. „Wir wollen Landwirte bei einem Umstieg unterstützen“, sagt Pollner. Ein Vorhaben, das immer mehr glückt. Mittlerweile blüht die Durchwachsene Silphie landkreisweit.

„Wir wollen keine Besserwisser sein“, sagt Langenstein. Leute an einen Tisch bringen, Denkanstöße geben und Risiken abfedern – so sieht die Stiftung ihre Rolle. „Es ist nicht alles möglich. Uns ist es wichtig, dass wir Steine ins Rollen bringen“, erklärt Langenstein. Gute Projekte würden zum Nachahmen animieren.

Ein wichtiger Aspekt ist die Jugend- und Kinderbildung: „Vielen Kindern fehlt die Bildung“, sind sich beide einig. Rausgehen und erleben – Kinder müssten mehr einen Bezug zur Umwelt und zu ihrer Heimat erleben und erkennen, dass es etwas Wertvolles sei. Mit der Wildland-Stiftung Bayern hat die Stiftung in Sachen Umweltbildung einen Partner gefunden. Aber auch mit dem Bauernverband und dem Jagdverband arbeitet die Stiftung zusammen.

Vom Baby bis
zum Landwirt

„Wir bekommen viele spannende Anträge“, erklärt Pollner. Im Gremium werde beraten und entschieden, welche Projekte gefördert werden. Die Gemeinnützigkeit immer vorausgesetzt. Einzelmaßnahmen dürfen laut Stiftungszweck nicht gefördert werden. „Die Projekte sollen wirken und ein Umdenken herbeiführen“, ergänzt Langenstein. Nachhaltig und langfristig, die vom Baby bis zum Landwirt jeden erreichen sollen.

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