„Wir hatten noch Riesenglück“

von Redaktion

Kraiburg: 500000 Euro Schaden bei Großbrand auf landwirtschaftlichem Anwesen

Kraiburg – „Alles mit den eigenen Händen aufgebaut“, sagt Peter Oberbacher und schüttelt den Kopf. Der 56-Jährige steht vor den Trümmern der beiden Nebengebäude seines landwirtschaftlichen Anwesens im Kraiburger Ortsteil Gänsberg, die am frühen Freitagmorgen ein Raub der Flammen wurden. Polizei und Feuerwehr, die mit einem Großaufgebot von 130 Aktiven angerückt waren, schätzen den Schaden auf eine halbe Million Euro.

Wohnhaus gerettet –
zwei Nebengebäude
komplett abgebrannt

So groß der Schaden ist, Oberbacher weiß, es hätte alles noch viel schlimmer kommen können. „Wir hatten noch Riesenglück.“ Sechs Menschen schlafen in dem unmittelbar benachbarten Wohnhaus, unter ihnen auch eine seit zwei Jahrzehnten schwerstpflegebedürftige Frau. Sie konnte unverletzt ins Krankenhaus gebracht werden, auch die anderen Bewohner nahmen keinen gesundheitlichen Schaden.

„Hätte mich mein Bruder nicht aufgeweckt, wir wären nicht mehr hier.“ Franz Oberbacher, der ebenfalls auf dem Anwesen lebt, habe kurz vor 4 Uhr verdächtigen Rauch im Bereich des Blockheizkraftwerks wahrgenommen. „Das war unsere Rettung.“

Als Peter Oberbacher wenig später die Haustür öffnen wollte, „ist mir schon eine schwarze Rauchwand entgegen geschlagen“. Schnell habe er die beiden Hunde, die nachts in einem der beiden Nebengebäude untergebracht sind, herausgeholt, die Feuerwehr alarmiert und sich schließlich selbst noch an die Löschversuche gemacht. Doch das war zu diesem Zeitpunkt längst völlig aussichtslos. Die Gebäude standen schon im Vollbrand.

Die Feuerwehren, die um 4.01 Uhr alarmiert wurden, konnten da schon von Kraiburg aus das Feuer erkennen, berichtet der Kraiburger Kommandant Günther Stuiber, der als Einsatzleiter vor Ort war. Weil die Löschwasserversorgung in diesem Bereich „eher schlecht“ sei, habe man bereits auf der Anfahrt den Löschwassertransport nachalarmiert.

Nicht weniger als zwölf Feuerwehren mit rund 130 Einsatzkräften, dazu das Technische Hilfswerk und das BRK waren angefordert worden.

Ihnen sei es gelungen, das Wohnhaus vom Feuer abzuschirmen und das Feuer unter Kontrolle zu bringen, so Stuiber. „Das war das Wichtigste.“ Die beiden Nebengebäude konnten die Feuerwehrleute nicht mehr retten. Sie brannten völlig nieder. Und mit ihnen einige Oldtimer-Schlepper, Maschinen sowie Heu- und Strohvorräte.

Tiere kamen nicht zu Schaden. Einige wenige Geißen hält Oberbacher in einem anderen Trakt des Vierseithofes. Auf dem Hof wird ansonsten im Nebenerwerb Acker- und Forstwirtschaft betrieben. Ein Raub der Flammen wurden auch das Blockheizkraftwerk und ein Hackschnitzellager. Von dort sei das Feuer wohl ausgegangen, meint Peter Oberbacher. Zur genauen Brandursache machte das Polizeipräsidium gestern noch keine Angaben. Die Brandermittler der Kripo Mühldorf waren vor Ort, ebenso wie zahlreiche Feuerwehrleute, die noch viele Stunden mit Nachlöscharbeiten beschäftigt waren und Brandwache hielten.

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