Brand in Rausching: Ursache ungeklärt

von Redaktion

150000 Euro Schaden – Besteht Zusammenhang zu unheimlicher Brandserie in Pürten?

Waldkraiburg – Die unheimliche Brandserie in und um Pürten – seit März 2019 haben sich im nächsten Umkreis sechs Brände ereignet. Scheunen, Hütten, landwirtschaftliche Lagerhallen gingen in Flammen auf. Immer an einem Freitagabend. Seit Ende September war Ruhe.

Bis zum vergangenen Freitagabend. Da war wieder Feueralarm. In Rausching bei Pürten brannte ein 400 Jahre altes Bauernhaus, das unter Denkmalschutz steht.

Aus dem ganzen Umkreis rückten die Feuerwehren an. Laut Angaben der Polizei waren es rund 150 Einsatzkräfte, die zur Brandbekämpfung unter anderem eine 500 Meter lange Schlauchleitung zum nächstgelegenen Hydranten errichten mussten. Gut drei Stunden nach Einsatzbeginn waren die Löscharbeiten so weit abgeschlossen, dass die Brandwache an die Freiwillige Feuerwehr Pürten übergeben werden konnte.

Polizei: Brandursache völlig unklar

Auf den Stall, der an das Holzhaus angrenzt, hat das Feuer nicht übergegriffen. Auch das anschließende Wohnhaus, in dem sieben Personen leben, sei nicht betroffen, sagt Hans Kifinger, einer der Eigentümer des Anwesens. Sein Schwiegersohn war am Freitag gegen 22 Uhr auf das Feuer aufmerksam geworden und hatte den Notruf abgesetzt. Gestern früh bemerkte Kifinger selbst, dass es wieder qualmt. Noch einmal rückten die Wehren aus Waldkraiburg und Pürten kurz nach 8 Uhr mit Wassertankund Drehleiter zu Nachlöscharbeiten an.

Noch in der Nacht zum Samstag hatte der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein erste Maßnahmen zur Klärung der Brandursache eingeleitet. Die weiteren Ermittlungen übernimmt das zuständige Fachkommissariat der Kripo Mühldorf, die den Schaden auf 150000 Euro schätzt. „Die Brandursache ist völlig unklar“, betonte ein Sprecher des Präsidiums gestern auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Kommandanten warnen vor Spekulationen

Und dennoch schießen Gerüchte und Spekulationen ins Kraut. Nicht nur Hans Kifinger stellt einen Zusammenhang zu der Brandserie aus dem Vorjahr her, bei der auch die Polizei von Brandstiftung ausgeht. „Da muss irgendein Vollidiot unterwegs sein, der sich dran aufgeilt, dass es brennt.“

Längst treibt dieser Gedanke auch Feuerwehrleute um. „Es steht uns nicht zu, zu spekulieren“, will der Waldkraiburger Kommandant Bernhard Vietze den Brandermittlern im aktuellen Fall nicht vorgreifen. Aber Brandstiftung liege als Ursache natürlich nahe.

Ähnlich äußert sich sein Pürtener Kollege Michael Heindl. „Das Gebäude in Rausching ist seit ewigen Zeiten unbewohnt und unbeheizt. Was soll da in Brand geraten?“ Heindl: „Das hat einen faden Beigeschmack.“ Auch die Uhrzeit, der Ort, die Umstände passen zu den vergangenen Fällen.

Steckt ein Feuerwehrmann dahinter? Längst macht das die Runde. Bernhard Vietze ärgert sich darüber, dass man so schnell mit derlei Verdächtigungen bei der Hand sei. „Ich hoffe, dass es nicht so ist.“ Völlig auszuschließen sei das nicht, räumt sein Kollege Heindl ein, betont aber: „Einen Verdacht gibt es nicht. Es wäre für uns ein Super-GAU.“ Heindl hatte im Herbst in einem Facebook-Post einen viel gelesenen Appell an den unbekannten Brandstifter gerichtet und seitdem gehofft, „dass es vorbei ist“.

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