Waldkraiburg – Das schmeckt einfach allen Beteiligten. „Acapulco“ und „Wolke sieben“ lassen sich das Gras auf dem Sportplatz munden, und die Mädchen sind sowieso begeistert von ihrem wöchentlichen Action day, den die Mittelschule an der Dieselstraße für sie ausrichtet.
Kooperation
mit Ponyhof
Jeden Dienstag kutschiert Sarah Wolf aus Niedertaufkirchen den Haflinger „Acapulco“ sowie das Reitpony „Wolke sieben“ nach Waldkraiburg. „Die Tiere gehen anstandslos in den Hänger. Außerdem sind sie Kinder gewöhnt“, sagt die Pferdebesitzerin, die in ihrem Wohnort einen Ponyhof betreibt.
Die Ganztagesschüler an der Dieselstraße können nachmittags unter verschiedenen Angeboten wählen, die jenseits des herkömmlichen Unterrichts auf dem Plan stehen. Für die Arbeitsgemeinschaft Tierpflege haben sich in diesem Schuljahr sieben Mädchen aus verschiedenen Klassen eingetragen. Nach den Theoriestunden zu Beginn des Schuljahrs ging es dann für Mensch und Tier hinaus auf die grüne Wiese.
Was der dafür zuständigen Lehrerin Lela Rudolph besonders gefällt: „Die Kinder lernen in der Arbeitsgemeinschaft Tierpflege Verantwortung, Respekt und Einfühlungsvermögen.“ Das Smartphone kommt auf alle Fälle in die Ecke, wenn auf dem Gelände die Pferde antraben. Jetzt heißt es, sich ganz und gar den Tieren zu widmen.
Das Klischee Mädchen und Pferde stimmt in diesem Schuljahr zwar, doch Sarah Wolf betont, dass sich in den letzten Jahren durchaus auch Buben für die Tierpflege interessierten. Der schulische Reitunterricht zum Nulltarif kommt bestens an, da sich in der Regel nur wenige Eltern kostspielige Reitstunden für ihre Kinder leisten können.
Sara Costache aus der fünften Klasse strahlt jedenfalls über das ganze Gesicht, als sie auf dem Rücken von „Wolke sieben“ einige Runden drehen darf. „Ich liebe Natur und Tiere“, gesteht die Elfjährige.
Diese Begeisterung teilt sie mit den anderen Mädchen. Lela Rudolph zählt weitere Aspekte auf, die ihrer Einschätzung nach den Nachmittag wertvoll machen: „Die Kinder erhalten bei diesem Projekt die Möglichkeit, sich individuell zu entfalten. Zudem kommen sie hinaus an die frische Luft, was besser ist, als sich immer nur im Haus zu verkrümeln.“
Nach dem ersten Schulhalbjahr steht es den Schülerinnen frei, weiterzumachen oder sich einer anderen Arbeitsgemeinschaft anzuschließen. Da kämen beispielsweise Yoga, Schwimmen, Gesellschaftsspiele, Fußball oder Musik infrage.
Die jungen Damen streben jedoch in dieser Hinsicht keinen Wechsel an. Sie wollen bei den Tieren bleiben, denn sie wissen ganz genau: das Glück dieser Erde liegt nun einmal auf dem Rücken der Pferde. huc