Neue Klassenzahlen schocken die Stadt

von Redaktion

Liszt-Mittelschule und Förderzentrum: Schultausch könnte wesentlich teuerer werden

Waldkraiburg – Er ist eigentlich beschlossene Sache, der Schultausch zwischen dem Förderzentrum und der Liszt-Mittelschule. Doch nun sieht sich die Stadt außerstande, die Planungsvereinbarung mit dem Landkreis zu unterzeichnen.

Bürgermeister Robert Pötzsch begründete dies im Stadtentwicklungsausschuss mit neuen Prognosen des Schulamtes und der Mittelschulen. So werden für das Schuljahr 2022/23 nicht 31 Mittelschulklassen in Waldkraiburg, sondern 41 prognostiziert. Die Stadt habe deshalb ihrerseits ein Institut mit einer Schulbedarfsprognose beauftragt, so der Bürgermeister.

Vor über einem Jahr, im Herbst 2018, hatten der Kreistag und der Waldkraiburger Stadtrat die Weichen für den Schultausch beschlossen. Das Förderzentrum in Trägerschaft des Landkreises sollte von der Dieselstraße in das Gebäude der Mittelschule an der Liszt-Straße umziehen, die Mittelschule, für die die Stadt Sachaufwandsträger ist, vom Süden an die Dieselstraße wechseln, unmittelbar neben die Diesel-Mittelschule. Beide Schulen sollten saniert und den Erfordernissen entsprechend erweitert werden.

Stadt kann

Kosten nicht tragen

Dieser Beschluss wurde auf der Grundlage einer Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Kessner vom September 2018 gefasst. Damals wurden laut der Fünf-Jahres-Statistik der beiden Waldkraiburger Mittelschulen (Stand: Schuljahr 2017/18) für das Schuljahr 2022/23 17 Klassen an der Liszt-Mittelschule und 14 Klassen an der Diesel-Mittelschule prognostiziert.Im Dezember habe das Schulamt mit den Rektoren aktuelle Statistiken vorgelegt. Demnach erhöhen sich die Zahlen für die Liszt-Schule im Schuljahr 2022/23 auf 20 und für die Diesel-Mittelschule auf 21. Für 2024/25 erwartet die neue Statistik sogar 22 Klassen an der Diesel-Schule. Das sind zehn Klassen oder ein Drittel mehr als in der ursprünglichen Prognose.

Seit Anfang des Jahres liegt der Stadt nun eine überarbeitete Machbarkeitsstudie des Planers vor. Daraus geht laut Pötzsch nicht nur weiterer Flächenbedarf für zusätzliche Klassen- und Nebenräume hervor. Auch die Errichtung einer weiteren Turnhalle, eventuell auch der Bau einer Mensa oder ein Anbau an das Haus Sudetenland werde nötig. Für spätere Erweiterungen seien keine Flächen mehr vorhanden.

Der Bürgermeister: „Die Kosten für die Stadt Waldkraiburg würde bei weitem die frühere Prognose übersteigen.“ Pötzsch sprach von einer Summe im „zweistelligen Millionenbereich“. „In diesem Ausmaß wären die Kosten von der Stadt nicht zu tragen.“

Externen Dienstleister erstellt Prognose

Jetzt will die Stadt „Ungereimtheiten“ in den neuen Statistiken, wie etwa stark schwankenden Schülerzahlen, auf den Grund gehen. Deshalb hat sie ein Augsburger Institut mit einer Schulbedarfsprognose beauftragt. Diese Studie solle in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und den Schulen entstehen und bis Ostern vorliegen.

Artikel 9 von 11