Zsamgschmust is: Jetzt kann die Hochzeit auf dem Misthaufen kommen

von Redaktion

Wie Euphemius Griffeschwinger und Ludmilla Blechblosnbiaga einander im Aschauer Bräustüberl fanden

Unter aufmerksamer Beobachtung von Merkwürden Bertinus (Bert Brunner, Mitte) und strengen Auflagen bezüglich der Enthaltsamkeit darf das Paar, Euphemius Griffeschwinger (Hanna Langwieder/links) und Ludmilla Blechblosnbiaga, alias Lukas Wimmer, schon einmal an einem Tisch sitzen.Fotos Von Ahn

Aschau – Zsamgschmust is in Aschau. Die Faschingshochzeit kann also kommen.

Frauen und Männer in vertauschten Geschlechterrollen fanden sich kürzlich auf Einladung des Trachtenvereins d’Stoabacher und des Musikvereins zu einem geselligen Fest im Bräustüberl in Aschau ein.

Die Familien Blechblosnbiaga und Griffeschwinger kamen mit Schmuser, Pfarrer und Erbtante. Kuppelgeld und Mitgift galt es an diesem Tag auszuhandeln.

Brautbeschau mit Schmuser

Bräutigam Hanna Langwieder als Euphemius Griffeschwinger steht zur Verfügung – er will heiraten. Lukas Wimmer steht dieses Jahr als Ludmilla Blechblosnbiaga bereit für die Vermählung. Beide Familien haben sich bereits im Saal eingefunden, als Schmuser und Viehhändler Stoffehammer Naz, gespielt von Thomas Winterer, die holde Jungfrau mitbringt.

Nicht sofort ist die Familie des Bräutigams begeistert. „Nun dreh dich einmal“, sagt Schmuser Stoffehammer. „Damit die verehrten Herrschaften dich ansehen können.“ Nach einem Kniff in den Po und genauem Befühlen der Oberarmmuskeln steht jedoch zweifelsfrei fest: Ludmilla ist nicht nur hübsch, sondern auch gebär- und arbeitsfähig. Und damit ist sie genau die Richtige für den Junggesellen Euphemius.

Die Hochzeit ist am Samstag um 10 Uhr

Mühsam geht es in dem improvisierten Theaterstück mit den Verhandlungen um das Kuppelgeld weiter. Zwei Ferkel zum Preis von einem, 100 Mark und fünf Mass Bier, obendrein noch einen italienischen Gickerl – das ist die Ausbeute für den Schmuser. Zwei Paar Wiener und drei Mass Bier boten die Familien zuvor, was für Gelächter im Zuschauerraum sorgte.

Die Mitgift ist da leichter entschieden: 20 Hühner, Kinderwagen aus dem Jahr 1912, komplette Babyausstattung, zwei Ferkel, Bettwäsche, Besteckkasten aus Silber und die alte Waschmaschine von Oma Cilli (Christian Mayerhofer).

Die Hochzeit findet am Samstag, 8. Februar, auf dem Misthaufen am Bräustadl in Aschau statt. Sie beginnt um 10 Uhr mit einem Weißwurstessen. Wer dabei sein will, braucht einen Mahlschein. Den gibt es nur vorab bei Christian Mayerhofer. ahn

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