Gars – Im Rahmen eines Festaktes im Garser Rathaus zeichneten Bürgermeister und Gemeinderat 17 verdiente Mitbürger mit der Ehrennadel der Marktgemeinde aus, einmal wurde die Bürgermedaille verliehen. Der Empfänger: Markus Voglmaier.
Als Bürgermeister könne er sich glücklich schätzen, so führte Norbert Strahllechner in seiner Laudatio aus, dass gerade in Gars großes ehrenamtliches Engagement zu finden sei. Und launig fügte er an, dass der Saal wohl überfüllt sei, wenn alle einer Ehrung würdigen Bürger gekommen wären. So wollte er die gute Auswahl der vom Gemeinderat vorgeschlagenen Bürger auch als stellvertretend für alle anderen ansehen, die es auch verdient hätten, geehrt zu werden, erklärte er. Für festliche Stimmung sorgte die Garser Weinleitnmusi, die mit Hackbrett, Gitarre, Flöte und Zither bayerische Stubnmusi zu Gehör brachte.
Strahllechner stellt
die zu Ehrenden vor
Strahllechner stellte die zu Ehrenden vor und berichtete über ihr in einigen Fällen über Jahrzehnte hin geleistetes Engagement. Vielfältig waren die für junge und ältere Mitbürger, für Vereine und für die politische oder kirchliche Gemeinde ausgeübten ehrenamtlichen Tätigkeiten: Der Einsatz für die Krieger- und Soldatenkameradschaft, für den VdK, für die Feuerwehr, für die Kirchenverwaltung, für das Kinderhaus St. Antonius, für Geflüchtete waren ebenso dabei wie das Engagement im Fischereiverein, im TSV, in Chören, in der Pfarrgemeinde, als Fahnenträger, Feldgeschworener oder Sargträger sowie der Einsatz beim Essen auf Rädern und bei der Betreuung hilfebedürftiger Mitbürger – die Liste hatte fast kein Ende. Bei einem Buffet und angeregten Gesprächen zwischen Geehrten, Bürgermeister und den anwesenden Gemeinderäten aus allen Ortsteilen fand der Abend seinen Ausklang. Eine besondere Ehrung wurde Markus Voglmaier (76) aus Mittergars zuteil, dem die Garser Bürgermedaille verliehen wurde.
Als herausragend bezeichnete der Laudator seine jahrzehntelange Mitarbeit bei der Dorferneuerung Mittergars, für die er sich von 1992 an einsetzte und deren Vorstandssprecher er bis 2008 war.
Als Motivator, Motor und Vermittler sei er immer der Ansprechpartner der Gemeinde gewesen und bis heute sei er Vorsitzender des Nachfolgevereins Dorfforum. Wichtig sei es ihm, die Dorfgemeinschaft weiterzuentwickeln und dabei alle Bürger mitzunehmen. Vorbildhaft seien die Mittergarser Dienstagswanderungen – „und sogar ein ‚Schafkopfkurs‘“, ergänzte ein Gemeinderat. Auch seine langjährigen Verdienste als Aufsichtsratsvorsitzender der Wassergenossenschaft würdigte Strahllechner.
Im persönlichen Gespräch erzählte der Geehrte, der 30 Jahre lang im Vorstand einer Raiffeisenbank tätig war, dass die Initialzündung für sein außerberufliches Engagement von Vorträgen über ländliche Entwicklung ausging, die er als Bankvorstand mitorganisiert hatte. „Damals ist das Feuer in mir entzündet worden“, bekennt „Max“, wie er von seinen Freunden genannt wird. „Ich habe diese neuen Ideen als Chance für unser Dorf Mittergars begriffen“, denn die „Dorferneuerung“ sei damals finanziell gefördert und auch von der Gemeinde und vom damaligen Bürgermeister Otter sehr unterstützt worden. „In Mittergars war durch den Strukturwandel auf dem Land vieles den Bach hinuntergegangen, aus einem Selbstversorgerdorf war eine Wohn- und Schlafstätte geworden, es hat bald keine Wirtschaft, kein Geschäft und keinen Versammlungsraum mehr gegeben“, erzählt Voglmaier. Wichtige Anstöße habe ihm auch ein Seminar in der Schule für Dorf- und Landentwicklung in Thierhaupten gegeben. „Dort ist ein Funke übergesprungen, wir Teilnehmer haben uns gesagt: ‚Das‘ wollen wir in unserem Dorf erreichen.“ So seien im früheren Schulgebäude von Mittergars dann ein Lebensmittelgeschäft, ein Schulungsraum für die Feuerwehr, ein Landjugendraum und der Dorfsaal entstanden. Auch das „Mittergarser Dorfblattl“, mittlerweile bei Nr. 140 angelangt, erwähnt Voglmaier. Es habe sich zur Aufgabe gemacht, neben der Behandlung aktueller Themen auch Einblicke in die Geschichte des Dorfes zu geben.
„Dorfblattl“
mittlerweile bei
Nummer 140
Einen Stillstand habe es nach dem Projekt „Dorferneuerung“, das im Jahr 2008 ausgelaufen sei, nicht gegeben, es sei durch den neu gegründeten Verein „Dorfforum Mittergars“ ersetzt worden. „Ich bin ein Gemeinschaftsmensch“, bekennt er schließlich, „einer allein schafft gar nichts, wenn die Gemeinschaft nicht mitmacht“.
Noch wichtiger als die strukturelle Entwicklung eines Dorfes sei aber eine „geistige Erneuerung“, und die sei in Mittergars besonders gut geglückt, stellt Voglmaier überzeugt fest.