Unterreit – Seit 58 Jahren widmet sich Schwester Lucia der Seelsorge, verbunden mit vielen Kontakten zu Menschen in Nöten, die in Gesprächen mit ihr Erleichterung finden. Jetzt feierte die Ordensfrau ihren 80. Geburtstag. Die Jubilarin spricht immer „von einer guten Zeit“ auf all ihren Stationen, die das Leben mit sich brachte.
Als Theresia Schwaiger erblickte sie am 20. Januar im Ordenskrankenhaus im Stadtteil Nymphenburg in München das Licht der Welt. Ihre Kindheit erlebte sie mit zwei Brüdern auf dem elterlichen Bauernhof in Garching bei München, dort besuchte sie auch die Schule. Im Anschluss folgten dann die landwirtschaftliche und die hauswirtschaftliche Berufsschule in Schwabing. Mit 22 Jahren kehrte sie ihrem Elternhaus den Rücken und trat dem Orden der Missionsschwestern in Gars bei. „Mir lag immer schon die Seelsorge am Herzen“, erzählt sie rückblickend, und während eines Besuchs von Exerzitienstagen stärkte sich der Wunsch. Nach der Noviziatszeit legte sie die Profess ab und übersiedelte von Gars nach Freiburg um eine Ausbildung zu Seelsorgerin zu absolvieren.
Nachdem sie zwei Jahre die Ausbildung von Neueingetretenen übernommen hatte, hat Schwester Lucia in Waldkraiburg eine Pastoralstelle mit Mitschwestern übernommen. Nach vier Jahren Dienst in Waldkraiburg übersiedelte sie nach Solln als Gemeindereferentin und im Jahr 1978 nach Speyer. 1984 kam sie wieder nach München zurück in die Gemeindemission. Eine Ausbildung zur Krankenhausseelsorgerin folgte. Im Münchner Norden eröffnete sie später die „offene Tür“ und betreute vier Pfarreien als Einzelseelsorgerin. „Zu mir kamen Familien, die in Nöten waren“, so bezeichnet Schwester Lucia ihre Aufgabe, die sie zehn Jahre ausführte.
Nachdem ihre nächste Station ein Krisenhaus in Wien war, verstärkte sich ihr Interesse als Seelsorgerin in der Hospizarbeit und dabei besonders für das Hospizpersonal. Die Verbindung zum St. Anna Hospiz besteht immer noch und macht sie froh. Ihren Ruhestand verbringt sie jetzt im Kloster Stadl und kümmert sich um den Telefondienst.
Bürgermeister Gerhard Forstmeier und Annemarie Hinmüller für die Pfarrei gratulierten zum Ehrentag. Marianne Fill