First Lego League

Der Wachhund ist die einfachste Übung

von Redaktion

Robotics-Unterricht am Gymnasium Gars fasziniert von der Unter- bis zur Oberstufe

Gars – Der Wachhund ist klein und unauffällig und lauert in Knöchelhöhe. Wer ihn passiert, hört es sofort: er bellt. Gereizt von einem Ultraschallsensor, der auf verdächtige Bewegungen reagiert. Programmiert haben ihn Benno (12) und Valentin (11) aus Kirchdorf mit Lego-Technik-Elementen. Die Buben besuchen im Gymnasium Gars den Robotics-Anfängerkurs. Der Wahlunterricht ist überaus beliebt und trägt nach drei Jahren seit seiner Einführung sehr erfolgreiche Früchte.

Bei der First Lego League in Linz, einem weltweiten Robotik-Wettbewerb, hat sich das Gymnasium Gars an der Spitze positioniert und die ersten beiden Plätze im Regionalwettbewerb eingeheimst (wir berichteten). Im nationalen Finale in St.Pölten reichte es nur für den sechsten Platz im Robot Game.

Erster und
zweiter Platz in Linz

„Zum einen waren wir stolz auf das Geleistete, aber zugleich auch etwas enttäuscht, weil mehr drin gewesen wäre“, sagt Lehrer Marco Grees, der den Robotics-Unterricht gemeinsam mit seinem Kollegen Tobias Bauer betreut. Der Tag in St.Pölten verlief zwar fröhlich und enthusiastisch. Die Teams wurden aber eingebremst.

Grund war eine Regeländerung vor Ort, die die Herausnahme benutzter Teile verbot und somit zu Engpässen in den Lagerungszonen führte. Ein damit verbundener Zeitverlust konnte nicht kompensiert werden, ebenso der damit einhergehende Punktverlust“, erklärt Grees im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung. Bitter, denn in den Testläufen vorab erzielten sie sensationelle Ergebnisse.

Die Technik muss natürlich mitspielen. Schwierig sei, wenn etwa die Lichtverhältnisse anders seien – das mögen die empfindlichen Lichtsensoren nämlich gar nicht. Auch die Gyro-Sensoren müssen funktionieren, wenn Module Steigungen oder Drehungen meistern sollen. Man hat im Wettbewerb nur 2,30 Minuten Zeit; jeder Handgriff muss sitzen und man hat ihn hundertfach trainiert, hantiert mit verschiedenen Modulen, erklärt Simon (17) aus dem Wettbewerbsteam Gars Control.

Dennoch: Auch das Junior-Team hatte sich toll geschlagen und für eine erste Teilnahme alles erreicht, was man sich wünschen kann. Beide Teams nehmen aus dem Finale Ansatzpunkte für die künftige Saison für eine noch bessere Platzierung mit. Die Hürden in St. Pölten seien insgesamt höher gewesen, so Grees. Alle Teilnehmer arbeiten auf dem höchsten Niveau, etliche Teams hatten sehr anspruchsvolle Roboter und Präsentationen im Gepäck, manche berichteten gar von vielen Hundert Stunden Arbeit – was die Garser schwer beeindruckte.

Hoch motiviert machen alle weiter. Und treffen sich im Gymnasium im Untergeschoss. Auch die Jüngsten wie etwa Severin aus Oberreith und Lukas aus Haag sind infiziert vom Robotics-Kurs. „Ich war noch in der Grundschule, als ich eine Führung hier mitmachte und von Robotics erfuhr. Da wollte ich unbedingt auch mitmachen“, sagt der elfjährige Lukas.

Severin ist ganz in seinem Element. Schon daheim macht er sich Gedanken, wie er in der nächsten Unterrichtsstunde etwas an seinem Roboter programmieren könnte. Zum Beispiel, dass er Klangfolgen anspielt oder dass er auf dem Tisch herumfährt, ohne über die Kante zu stürzen. Den Easy Bot „Robbi“ haben er und Lukas zu Beginn des Anfängerkurses selbst zusammengebaut. Das Programmieren sei so einfach, dass es in zehn bis 15 Minuten erledigt sei. Das Programm „Lego Mindstorms“ macht es möglich. „Das ist sehr kindgerecht. Innerhalb von etwa 15 Minuten sehen die Kinder einen Erfolg. Das ist das Geheimnis, darum bleiben sie auch dran“, erklärt Marco Grees. Dass man mit Lego Technik so kreativ sein kann, gefällt den Schülern. Auch Valentin (12) aus Forsting und Samuel (11) aus Pfaffing haben Spaß und wollen unbedingt in den Fortgeschrittenenkurs. „Die Lego-Leidenschaft hat, seit ich ein kleines Kind war, nicht aufgehört“, sagt Samuel. Den „Eva1“ haben die zwei gemäß der Aufgabenstellung so programmiert, dass er wie ein Betrunkener fährt und auf dem Display schielende Augen erscheinen. Ein bisschen ernster geht es bei Simon (17) aus dem ersten Team und Alex (12) aus dem zweiten Team zu. Sie stellen die Aufgaben aus dem Wettbewerb nach und zeigen, wo sie gescheitert sind. So ist beispielsweise beim Stapeln von Würfeln, die Häuser darstellen, im Robot Game eins umgefallen.

Ohne Spenden kein
Robotics-Unterricht

An den Feinheiten wird weiter geübt und gearbeitet. Das nächste Ziel haben die jungen Tüftler schon vor Augen: die „World Robot Olympiad“, die heuer stattfindet. Das Engagement, das die Lehrer Grees und Bauer in die jungen Leute stecken, ist beachtlich. Doch ohne den Förderverein Gymnasium Gars sowie die Raiffeisenbank Haag-Gars sowie Bauers Energie und Verstand wäre es nicht möglich, den Wahlunterricht aufrechtzuerhalten. „Wir brauchen das Lego-Technic-Material, saisonale Landschaften für die Roboter je nach Wettbewerb, personifizierte Shirts, Anmeldegebühren, Fahrtkosten, Übernachtungen“, erklärt Marco Grees. Die Kosten belaufen sich pro Jahr auf rund 2000 Euro, die ohne die Spenden nicht finanzierbar wären.

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