Die Stadt Waldkraiburg will ihr Radnetz neu planen

von Redaktion

Voraussetzung ist ein Verkehrsentwicklungsplan, der alle Verkehrsarten einbezieht – Ausschreibung noch in diesem Jahr geplant

Waldkraiburg – Die Stadt will noch in diesem Jahr einen neuen Verkehrsentwicklungsplan in Auftrag geben, der den verkehrlichen Rahmenplan von Professor Lang aus dem Jahr 1988 ablösen soll. Das Verkehrsplanungsbüro soll dabei neben allen anderen Verkehrsarten insbesondere auch eine Richtung für die Entwicklung des Radverkehrsnetzes vorgeben.

Konzept von 1994

ist zu autolastig

Dass gerade beim Radverkehr großer Handlungsbedarf besteht, das machte Carsten Schwunck, der Leiter des städtischen Bauamtes, im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss deutlich. Darauf hatten schon der UWG-Fraktionsvorsitzende Dr. Frieder Vielsack mit einer Anfrage und die CSU-Stadtratsfraktion mit einem Antrag zur Erstellung eines neuen Radwegekonzepts aufmerksam gemacht.

Das alte Konzept wurde im Jahr 1994 erstellt. Es entstand im Zuge der Planungen der Radrouten für die Gartenschau „Natur in Waldkraiburg“. Die Aussage dieser Empfehlungen sei sehr gering, so Carsten Schwunck, das Konzept noch sehr autolastig. Nicht alle Empfehlungen haben sich als umsetzbar erwiesen. Sie scheiterten aus verkehrstechnischen wie aus Kostengründen. „Einige Radwege sind zu schmal, andere nicht nach den heutigen Standards ausgebaut.“

Dieses Defizit müsse aufgeholt werden, so der Leiter der Bauamtes. Dazu brauche es verlässliche Zahlen, die es für den Radverkehr nicht gebe.

Es geht um

eine Neuaufteilung

Schwunck machte deutlich, worin die Herausforderung besteht: Der Raum, der für den Verkehr zur Verfügung steht, sei begrenzt. „Ein großzügiger Ausbau ist nicht möglich.“ Die künftige Entwicklung der Stadt muss berücksichtigt werden. Es wird um eine Neuaufteilung der Verkehrsflächen gehen müssen. Beim Thema Radwege muss über Parkraum und Parkraumbewirtschaftung diskutiert werden. „Wie gehen wir mit unserer Stellplatzsatzung um?“

Christoph Vetter (UWG) und Verkehrsreferent Rainer Zwislsperger (CSU) begrüßten im Bauausschuss die Ankündigung, die grundlegende Verkehrsentwicklungsplanung in Auftrag zu geben. Der Stadtrat steht geschlossen dahinter, wie in der jüngsten Sitzung deutlich wurde. Noch sei der Mobilitätswandel nicht genau absehbar, meint Vetter. „Eine Zunahme des Radverkehrs ist aber offensichtlich.“ Zwislsperger machte darauf aufmerksam, dass es zu Konflikten zwischen den Bedürfnissen der Radfahrer, die angemessen breite Wege brauchen, und Baumschützern kommen kann. Gegebenfalls müsste der ein oder andere Baum weichen. Und der Verkehrsreferent wies darauf hin, dass es einige Radwege und Abschnitte von Radwegen gibt, die sich ohne große Rahmenplanung durch kleinere Maßnahmen deutlich sicherer machen ließen. Er nannte etwa den Weg vom McDonalds bis zur Pürtener Kreuzung, den die Stadt schon vor drei Jahren mit einer Asphaltdecke hätte versehen können.

Zuerst braucht es verlässliche Zahlen

Kleinere Maßnahmen und Verbesserungen, vor allem bei Gefährdungen, könnten natürlich vorgezogen werden, meint auch Schwunck. „Der große Wurf“ sei aber erst mit dem neuen Konzept sinnvoll, um nicht voreilig falsche Schritte zu setzen.

Zum zeitlichen Rahmen sagte Schwunck, die Erstellung eines Konzepts werde nicht länger als ein Jahr dauern. Die notwendigen Zahlen lassen sich allerdings nur im Sommer erheben.

Die Ausschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes soll noch heuer erfolgen. Ziel ist ein Leitbild für die Entwicklung aller Verkehrsarten (Kfz-, Rad-, Fußgängerverkehr, ÖPNV und Güterverkehr) für die nächsten zehn bis 20 Jahre, unter Berücksichtigung veränderter technischer Regelwerke und Neuerungen in der Straßenverkehrsordnung. Auf dieser Grundlage baut die Planung eines Radverkehrsnetzes auf, das Haupt- und Nebenrouten neu definiert und die Führung des Radverkehrs auf baulich angelegten Radwegen, Radfahrstreifen, Schutzstreifen oder im Mischverkehr empfiehlt.hg

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