Dschungel in der Stadt

von Redaktion

Siebenbürger Sachsen basteln an ihrem Motivwagen für den Faschingszug

Waldkraiburg – Es ist geschafft: Nach zwei Wochen Arbeit und viel Herzblut haben die Siebenbürger Sachsen pünktlich zum Faschingsumzug ihren Wagen fertiggestellt.

Noch steht der Wagen in der großen Halle der alten Feuerwehr. Hier haben in den vergangenen Wochen die Siebenbürger Sachsen entspannt an ihrem Wagen herumgebastelt. Eingebunden wurden Groß und Klein und jeder hat sein handwerkliches, technisches oder kreatives Geschick eingebracht.

Ein Gemeinschaftsprojekt, an dem etwa 35 Mitglieder des Vereins mitwirken. Es wird geschraubt, gehämmert, gebastelt, gemalt und geklebt. In kurzer Zeit hat sich auf diese Weise ein normaler Anhänger mit 1800 Kilo zulässigem Gesamtgewicht in einen kunterbunten Faschingswagen verwandelt, der dann beim Faschingszug von einem Traktor gezogen wird. Sobald der Anhänger mit Holz verkleidet und ein Dach montiert ist, wird alles schön mit Bildern, Plakaten und Pappfiguren verziert.

Seit 1974 gibt es den Waldkraiburger Verein, dem vor allem die Pflege seiner Traditionen und seines kulturellen Erbes am Herzen liegt. Sie sind das ganze Jahr über aktiv und bringen sich bei verschiedenen Veranstaltungen mit ein. So auch seit 23 Jahren beim Waldkraiburger Faschingsumzug. Jedes Jahr lassen sich die kreativen Köpfe für die närrische Zeit ein neues spannendes Thema einfallen.

Inspiriert werden sie von den Ideen der Kinder, vom Weltgeschehen und von den Medien. „Dieses Jahr haben wir uns für das Thema Dschungel entschieden“, erzählt Christine Deppner aus Waldkraiburg, die mit Katharina Stein aus Waldkraiburg und Elfriede David aus Heldenstein die kreativen Köpfe des Vereins sind. „Es gab sehr viele tragische Ereignisse in den vergangenen Monaten. Die Brände im Amazonas, die Buschbrände in Australien und sonstige Katastrophen. Mit unserem Motto wollen wir zeigen, wie schön und kostbar unsere Natur und die Tierwelt doch sind. Wir müssen das alles erhalten. Es wird in den Medien ständig von Achtsamkeit gesprochen – darauf wollen wir aufmerksam machen“, setzt Deppner fort.

Als Zeichen dafür schmücken Papageien, Affen, Schlangen und Co. ihren liebevoll gestalteten Faschingswagen. An beiden Seiten sind riesige Banner mit dem Spruch „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ angebracht. Am Ende des Wagens folgen auf einem Plakat zwei Worte, die sich jeder zu Herzen nehmen sollte: „Chill mal“. Zum Faschingszug bringen die Siebenbürger Sachsen den Dschungel für einen Tag in die Stadt Waldkraiburg.

Das närrische Treiben genießen

Mit dem Faschingszug am Samstag erreicht die närrische Zeit in Waldkraiburg ihren Höhepunkt. Ab 13.30 Uhr ziehen viele bunten Wagen durch die Stadt. Damit jeder das närrische Treiben genießen kann, gibt es Vorschriften. Denn der Stadt ist es wichtig, dass der Faschingszug wieder familienfreundlicher wird. Dazu will die Stadt auch an der Lautstärke drehen. Zu laut soll die Musik nicht ertönen, exakte Vorgaben gibt es aber nicht. „Es soll eine lustige Stimmung geben, aber keine ausufernden Alkoholexzesse“, sagt Norbert Meindl, Leiter vom Ordnungsamt. Wer erheblich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss steht, muss damit rechnen, beim Faschingszug nicht dabei zu sein. Neu in diesem Jahr ist ein Glasverbot. Im Vorfeld hat die Stadt außerdem ein Betretungsverbot für auffällige Personen ausgesprochen. „Wer sich vergangenes Jahr beim Fasching daneben benommen hat, darf heuer nicht dabei sein“, erklärt Norbert Meindl.

Einer Party im Anschluss an den Faschingszug auf dem Volksfestplatz will die Stadt heuer rigoros einen Riegel vorschieben. Die Wägen dürfen dort zwar geparkt werden, gefeiert werden darf aber nicht. „Parken ja, Party nein“, fasst Meindl kurz zusammen. Sicherheitskräfte sollen das Verbot überwachen. Bei einem Sicherheitsgespräch mit der Faschingsgesellschaft Waldburgia seien die Vertreter der Zugteilnehmer über alle Punkte informiert worden.hi

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