Waldkraiburg – Singspiele, Tänze, Derbleckereien und weitere gelungene Unterhaltungspunkte prägten den 35. Kappenabend, den die Kolpingsfamilie im voll besetzten Saal des Bischof-Neumann-Hauses auf die Bühne brachte.
Rund 200 Besucher drängten sich schon im Eingang, um einen guten Platz zu erhaschen. Spektakuläre Vorkommnisse aus Pfarrei, der Stadt und dem Umland standen im Fokus, von den Moderatoren mit lustigen Anekdoten angekündigt.
Schwungvoll wurde der Abend vom Waldkraiburger Prinzenpaar Sonja I. und Pascal I. mit ihrem Showtanz eingeleitet. Einen Faschingsorden bekam Kolping-Vorsitzender Günter Ebenbeck. Dieser begrüßte mit seinem Moderatoren-Team Stephanie Holzner, Volker Rohra, Hans Zeitvogel und Gabi Loh unter den zahlreichen Besuchern auch die geistliche und weltliche Prominenz und sagte, dass der Erlös des Kappenabends dem AWO Jugendwohnprojekt Kolbing zu Gute kommt.
Irgendetwas mit „E“ – ob Auto, Bike oder Roller – wollte sich Ebenbeck in seinem Auftritt als „Der Fortschrittliche“ schon zulegen. Doch durch verschiedene Hindernisse kam es nur zum Kauf einer „E-Zahnbürste“ – „da bewegt sich auch was!“
Noch kein Pfarrer
an Land gezogen
„Was alles los war – bei uns und in der ganzen Welt“ – das berichteten die zwei „Kirchplatzratschn“ Stephanie Holzner und Christine Rabl in ihrem Jahresrückblick. „Weißwürst‘ ohne Ingwer sind auf dem Mühldorfer Volksfest wieder zu genießen“, stellten sie ebenso heraus wie auch die Tatsache, dass beim Fischen 20 Minuten keine lange Zeit bedeuten: „Denn wir versuchen schon seit fünf Jahren, einen Pfarrer an Land zu ziehen.“ Die „Baumstämme als Bio-Material“ in der Tiefgarage, das „Waldbad“ oder weitere „Stadtrats-Debakel“ hatten sie ebenso im Gepäck wie die „A94“ oder den „Ebinger Dschungel-Pfad“.
In die „Bütt“ stieg er diesmal nicht: Als „Der Chirurg“ stand Volker Rohra heuer im OP vor seinem „bedauerlichen Patienten“, dem er mit dem „Narkose-Hammer“ auf die „Rübe“ haute, ihm wegen seiner „dicken Mandeln“ den ganzen Bauch aufschnitt und dieser selbst den „Herz-Lungen-Automat“ bedienen musste.
„Die Hände zum Himmel – wohin soll das noch führn? Wir singen und rufen: O Herr, schick uns mehr Hirn!“, lautete der gemeinsame Refrain auf die „musikalischen Gstanzl’n“ des Seelsorgeteams, wo auch der Personalmangel der Kirche im Blickpunkt stand.
Mit Zither und Klavier intonierten Rosi Sabo und die neue Organistin Martina Loncar ein kroatisches Lied. Zur guten „Eheberatung“ im Loriot-Stück des Waldkraiburger Stadttheaters gehörte auch eine „Kuss-Belehrung“.
Die Lacher auf ihrer Seite hatten ebenso „Teufel“ Hans Zeitvogel und Stephanie Holzner als „Petrus“ mit ihrem lustigen Beitrag aus der „Ewigkeit“, wo sie alle Besucher in der Hölle begrüßten, der Heiligenschein auf Sparlampen umgebaut wurde oder „Goaßn-Maß-Time“ herrschte.
Nicht wegzudenken sind die gelungenen Beiträge „aus dem Inntal“: Nur ein Accessoire brauchen die Frauenbund-Mitglieder, mit dem sie sich durch alle Lebenslagen – von „Sister Act“ bis zum „Sultan“ – schlagen: „Ein Hut für alle Fälle“.
Für jeden Ortsteil
einen Bürgermeister
Lachsalven löste erneut das „Trasner Quintett“ mit dem Singspiel „Haushaltshelfer“ aus, wo ihr Staubsauger-Roboter auch die „Hundekacke“ schluckte bis hin zum Lied „Dampfstrahler ham ma gestern g’habt….“. Tosenden Beifall bekam auch die Männergarde „Inntal-Ballerinos“, die mit „Let’s Swing!“ in die „20er-Jahre“ entführte.
„Die Stadt ist vollgepflastert mit lauter ‚G’schwoi-Schädel‘ und alle woll‘ns in mein Rathaus – und do soist no schee schaug’n!“, stellte „Der Zeitungsleser“ (Annegret Weinbauer) heraus. Doch dort will er regieren und die vier Bürgermeister verteilt er in den Ortsteilen, von dort aus dann eine Seilbahn in die Stadt führen soll. „Die Chinesen wollen nicht für nur eine Nachtschicht zu uns kommen und das Waldbad sanieren“, witzelte er.
Den „Ebinger Urelefanten“ nahm das seit 17 Jahren gastierende Kolpingtheater in der „Stadtratssitzung“ als Hauptthema auf. So hatte der Bürgermeister (Wolfgang Holzner) die Vorschläge wie „Urwaldstadt in Bayern“, „Mammut-Museum“ oder „Dschungel-Camp“ zu bearbeiten, bis ein „echter Elefanten-Zahn“ aus Ebing angeliefert wurde. Erholung genießen durfte der „echte“ Bürgermeister Robert Pötzsch im Liegestuhl zu dem Lied „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“.