Regierung gibt grünes Licht

von Redaktion

Pürtener Kreuzung kann umgebaut werden – Mehr Sicherheit für Fußgänger

Waldkraiburg – Grünes Licht für den Umbau der Pürtener Kreuzung und der Beseitigung des Bahnübergangs. Die Regierung von Oberbayern hat den Plan genehmigt (wir berichteten). Bereits in zwei Jahren könnten die Bauarbeiten für eine höhenfreie Kreuzung beginnen. Für Fußgänger und Radfahrer hat sich manches geändert im Vergleich zur ursprünglichen Planung.

Für Bürgermeister Robert Pötzsch kam die Entscheidung der Regierung von Oberbayern überraschend. „Wir haben im Vorfeld keinerlei Informationen bekommen.“ Ob die Einwände der Stadt im Planfeststellungsbeschluss berücksichtig worden sind, konnte er daher zunächst nicht beurteilen. Die Stadt begrüßt das Vorhaben, hatte aber im Vorfeld Anregungen vorgebracht.

Große Bedenken gab es hinsichtlich der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Vorgesehen war nur eine Querungshilfe beziehungsweise ein Fahrbahnteiler. Im Bauausschuss gab es damals Kritik, weil die Ortsumfahrung Pürten nicht in die Planung berücksichtigt ist.

Ortsumfahrung
weiterhin im Blick

„Die Einwände der Stadt wurden berücksichtigt“, erklärt Bernhard Bauer, Projektgruppenleiter Straßenplanung beim Staatlichen Bauamt Rosenheim. Sofern sie Teil des Planfeststellungsverfahrens seien, schränkt er ein. Der Geh- und Radweg vom Föhrenwinkel kommend quert künftig kurz vor dem Kreisverkehr die Staatsstraße 2352 mittels einer Drückampel. Außerdem wird der Geh- und Radweg an der Staatsstraße 2091 in Form einer Serpentine direkt an die Bahnhofstraße angeschlossen.

Weiterhin unberücksichtigt bleibt die Ortsumfahrung Pürten. „In einem solchen Verfahren setzt man sich nicht mit einem anderen Projekt auseinander“, erklärt Bauer. Die beiden Projekte würden sich damit aber nicht gegenseitig ausschließen. „Wir haben die Umfahrung weiterhin im Blick.“

Um die Kreuzung sicherer und leistungsfähiger zu machen, werden sich die beiden Staatsstraßen künftig nicht mehr auf derselben Ebene kreuzen. Die Staatsstraße 2091 wird tiefergelegt, zwei Brücken, drei Kreisverkehre und Verknüpfungsrampen werden errichtet, der Bahnübergang verschwindet. Damit werden mehrere Unfallschwerpunkte beseitigt. Bisher kreuzt die St2091 als Zubringer zur A94 die Bahnlinie und die St2352 auf gleicher Höhe. Die Verhandlungen mit Grundstückseigentümern laufen zwar noch, doch die Bauarbeiten könnten nach Einschätzung von Bauer im Jahr 2022 beginnen.

Das Staatliche Bauamt hat im Vorfeld alle Möglichkeiten intensiv untersucht. Ein Kreisverkehr anstelle der Ampel hätte die Kapazitäten nicht aufnehmen können. Auch kapazitätssteigernde Maßnahmen bringen in diesem Fall nichts. „An der Kreuzung gibt es einen extrem starken Geradeaus-Verkehr“, erklärt Bauer. Bypässe, mittels derer Autofahrer am Kreisel vorbeigelenkt werden, würden den Knotenpunkt damit kaum entlasten.

Zweispurige Zufahrten kommen wegen der vielen Fußgänger und Radfahrer nicht in Frage. Mittels einer Fußgängerampel könnten die zwar sicher die Straßen queren, der Verkehr gerate damit aber wieder ins Stocken. Genau das soll aber künftig nicht mehr passieren. Auch eine Fußgängerunterführung löst das Problem nicht. Denn diese müsste in so spitzem Winkel gebaut werden, dass das andere Ende nicht zu sehen sei. „Da geht keiner durch“, weiß Bauer aus Erfahrung.

Keine langfristigen

Sperrungen

Auf rund 8,15 Millionen Euro sind die Kosten im Vorentwurf von 2015 angesetzt. Der Stadt Waldkraiburg entstehen keine Kosten. Etwa zwei Jahre dauern die Bauarbeiten, langfristige Sperrungen und großräumige Umfahrungen soll es aber währenddessen nicht geben. Die neuen Bauwerke entstehen östlich beziehungsweise nördlich des bestehenden Straßenraums. Nach Ende der Bauarbeiten wird der Verkehr umgelegt und der alte Straßenraum rückgebaut.

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