Gars/Wasserburg – Die Garser sind in Sorge um ihr Volksfest: Denn es kollidiert 2020 terminlich mit dem Frühlingsfest Wasserburg, das heuer vom 20. Mai bis 1. Juni stattfindet – eine Woche früher als seit Jahrzehnten üblich. In Gars wird vom 20. bis 24. Mai gefeiert, also fünf Tage parallel zum Frühlingsfest Wasserburg.
40 Jahre lang keine Terminschwierigkeiten
Dem Gemeinderat Gars lag ein Antrag der Festwirtsfamilie Hanetzok auf die Gestattung des Gaststättenbetriebs beim Garser Volksfest 2020 im Ortsteil Au vor. Bürgermeister Norbert Strahllechner (FW) ergriff die Gelegenheit, um auf Probleme rund um die Durchführung des diesjährigen Volksfestes einzugehen. Fatal sei es, dass nach 40 Jahren ohne Terminschwierigkeiten heuer das Wasserburger Frühlingsfest auf den Garser Termin gelegt worden sei. Auf diese Tatsache angesprochen, habe man in Wasserburg nur mit einem „müden Lächeln“ reagiert und den Wirtschaftsfaktor, den das Fest für Wasserburg darstelle, dagegen gehalten, berichtete Strahllechner in öffentlicher Sitzung. Er befürchte einen deutlichen Einbruch der Besucherzahlen. Vielleicht sehe er jedoch auch viel zu schwarz, hoffte Strahllechner. 2018 hatte das Garser Volksfest schon einmal eine Krise erlebt: Es gab Ärger, weil die Festwirtsfamilie am letzten Festtag zu früh abgebaut hatte. 2019 lief es jedoch wieder rund, dafür hatte eine Schaustellerfamilie hingeworfen. Der Bürgermeister teilte im Gemeinderat für heuer mit, dass der Autoscooter von der Firma Rilke in der Tat aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht mehr aufgestellt werde.
Gemeinderat Michael Kasenbacher (CSU) sprach sich dafür aus, künftige Volksfeste nicht mehr in Au, sondern wieder in Gars stattfinden zu lassen. Hier sei das Areal besser abzusichern und auch zu Fuß zu erreichen, findet er. Strahllechner verwies auf die Zuständigkeit des kommenden Gemeinderats. Er gab zu bedenken, dass das Siedlungsgebiet in Gars ein schwieriger Standort für ein Volksfest sei. Auch sei es notwendig, die Planung mit vielen Beteiligten und mit der Polizei abzusprechen.
Der Gemeinderat Gars befürwortete schließlich den Antrag der Festwirtsfamilie bei einer Gegenstimme unter Auflagen – etwa zur Länge des Barbetriebs am Donnerstag, 21. Mai.