Waldkraiburg/Pürten – Knapp ein Jahr nach Beginn der Brandserie in Pürten hat es wieder gebrannt. Sonntagmorgen rückten die Aktiven der Feuerwehr aus, um eine Garage und ein Auto zu löschen. Die Polizei kann bislang noch nichts zu der Brandursache sagen, dennoch war vorsorglich ein Hubschrauber im Einsatz. Es ist der achte Brand innerhalb eines Jahres.
Eine Nachbarin hat in den frühen Morgenstunden gegen 5.35 Uhr den Brand eines Carports bei der Integrierten Leitstelle gemeldet. Beim Eintreffen der Wehren stand bereits ein Anbau einer Garage in Vollbrand, ebenso brannte ein Krad, das in der Nähe stand, in der dahinter befindlichen Garage brannte ein Auto. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Pürten, Waldkraiburg und St. Erasmus konnten das Feuer schnell unter Kontrolle bringen. Verletzte gab es nicht.
Noch in der Nacht hat der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein erste Maßnahmen zur Klärung der Brandursache eingeleitet. Die weiteren Ermittlungen übernimmt das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizeistation Mühldorf. Den entstandenen Schaden schätzt die Kripo auf etwa 30000 Euro. Nach erstem Ermittlungsstand ist die Brandursache nach Angaben der Polizei völlig unklar. Es lässt sich damit noch nichts darüber sagen, ob die Brandserie um Pürten weitergeht.
Hubschrauber
im Einsatz
Dennoch hat die Polizei schnell reagiert: Nur kurz nach dem Brand kreiste eine knappe Stunde ein Hubschrauber über Pürten und Umgebung und unterstützte die Einsatzkräfte von der Luft aus. „Wenn es Brandstiftung war, dann hätte es durchaus sein können, dass sich der Täter möglicherweise noch in der Nähe aufhält oder sich vom Brand entfernt“, sagte ein Sprecher des Präsidiums gestern auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Kurz nach einem Brand sei es allerdings schwer einzuschätzen, was dazu geführt habe. „Die Polizei ist alarmiert und schaut verstärkt auf Anzeichen einer Brandstiftung.“
Nach den vielen Bränden innerhalb eines Jahres ist die Verunsicherung bei den Bürgern groß, keiner glaubt hier mehr an Zufälle. Auch für Michael Heindl, Kommandant der Pürtener Feuerwehr, stellt sich wenige Stunden nach dem Einsatz die Frage, was zu dem Feuer geführt haben könnte. „Es ist schwierig, was im Carport in Flammen ausgebrochen ist.“ Das Feuer hätten die Einsatzkräfte schnell im Griff gehabt, durch einen nahegelegenen Hydranten hätten sie konzentriert das Feuer eindämmen können.
Heindl lobt den Entschluss der Polizei, einen Hubschrauber einzusetzen. „Die Polizei zeigt, dass sie dahinter ist.“ Vielleicht schrecke dies den Täter vor einer weiteren Brandstiftung ab. „Es ist unser Job, Brände zu löschen“, sagt Heindl. Aber er und seine Kollegen seien mittlerweile davon genervt, Brände zu löschen, die jemand absichlich legt. „Dieser Blödsinn hört hoffentlich auf.“
Zwei Einsätze innerhalb kurzer Zeit
Seit vergangenem März haben sich mittlerweile acht Brände in und um Pürten ereignet (siehe Kasten). Die Polizei hat zu den Ereignissen keine heiße Spur. In Besprechungen mit der Feuerwehr sind die Aktiven bereits sensibilisiert worden, bei Bränden besonders aufmerksam zu sein.
Auch für Bernhard Vietze, Kommandant der Waldkraiburger Feuerwehr, hat der jüngste Brand in Pürten nichts mehr mit „Normalität“ zu tun. Aus seiner Erfahrung heraus will er eine Brandstiftung nicht ausschließen, aber die Ursache würden die Brandermittler klären. Auch in Waldkraiburg sind die Aktiven davon genervt, dass immer wieder jemand ein Feuer legt. „Ich möchte nicht, dass es noch schlimmer kommt und irgendwann Personen verletzt werden. Bei Brandstiftern werde irgendwann die Hemmschwelle niedriger. Bislang gibt es bei den Bränden nur Sachschäden.
Für die Feuerwehren war es ein arbeitsintensives Wochenende: Denn nur wenige Stunden nach dem Garagenbrand in Pürten geriet gegen 11.15 Uhr ein Stapler in einer landwirtschaftlichen Halle bei Taufkirchen in Brand (siehe auch Seite 12). Auch hier setzte die Polizei einen Hubschrauber ein, für den Fall, dass es Brandstiftung war. Doch nur wenige Stunden nach dem Brand steht fest: Es war ein technischer Defekt.