Corona-Virus treibt auch die Wirte um

von Redaktion

Hotel- und Gaststättenverband steht vor zahlreichen Problemen

Kraiburg – Das Corona-Virus treibt auch den Hotel- und Gaststättenverband um. Das machten die Kreisvorsitzenden Holger Nagl und Harry Zappe in einer Versammlung im Kraiburger Hardt-haus deutlich. Sorge macht den Wirten und Hoteliers, dass bereits die ersten Großveranstaltungen wie die ITB in Berlin, die Internationale Tourismusbörse und die Internationale Handwerksmesse in München abgesagt wurden. Auch der Fachkräftemangel beschäftigt alle Wirte und Hoteliers, es sei immer schwieriger, gutes Personal zu bekommen.

Infos zum Thema
Brandschutz

Diplom-Ingenieur Stefan Deschermeier vom Verband der Betriebsfeuerwehren präsentierte den Mitgliedern des Verbands den aktuellen Stand in puncto Brandschutz. Zum Beispiel teilte er mit, dass in Hotelzimmern rein gesetzlich keine Brandmelder notwendig seien, da es sich bei Hotelzimmern nicht um Wohnungen handelt.

Felix Raufeisen von der Gesellschaft „Pro Order“ stellte neueste technische Mittel vor, wie Wirte den Einkauf ihrer Lebensmittel und Getränke optimieren können.

Katharina Freund, stellvertretende Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes im Bezirk Oberbayern, gab bekannt, dass es nun erste zertifizierte Registrierkassen gebe, die man einsetzen könne, um der seit 1. Januar 2020 geltenden Bonpflicht nachzukommen.

Die Wirte beklagten, dass das Papier der Bons nicht recycelbar sei und in den Restmüll gehöre. Außerdem verblasse die Schrift sehr schnell, sodass Kopien gemacht werden müssten. Auch bei Großveranstaltungen sehen die Wirte Probleme auf sich zukommen.

Katharina Freund informierte des Weiteren über die Regelungen, die bei den Mitarbeitern wegen der Ausbreitung des Corona-Virus zu beachten seien. Wird ein Beherbergungsbetrieb behördlicherseits geschlossen, erhalten die Beschäftigten – nach Abbau aller Überstunden – von der Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld. Ein am Corona-Virus erkrankter Mitarbeiter hat sechs Wochen lang einen Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Die Petition „Es ist fünf nach zwölf“ läuft aus Sicht des Verbandes gut. Dabei wird der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Lebensmittel (7, nicht 19 Prozent) gefordert. Sitzt man im Restaurant und isst (auf Porzellanteller und mit Mehrweg-besteck), sind 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Nimmt man das Essen – plastikverpackt – mit, fallen nur sieben Prozent dieser Steuer an.

Wirtestammtisch
findet ab April statt

Zum Abschluss der Versammlung beschlossen die Gaststättenbetreiber und Hoteliers, ab April einmal im Monat einen „Wirte-stammtisch“ zu veranstalten, um gegenseitig Informationen austauschen zu können.

Kraiburgs Bürgermeister Dr. Herbert Heiml berichtete in einem Grußwort über die wechselhafte Geschichte des Marktes. Das Hardthaus, in dem die Versammlung abgehalten wurde, hatte früher der Handelsfamilie Hardt gehört. 1990 kaufte es die Marktgemeinde und baute es mit Mitteln des Städtebauförderprogramms zu einem Schmuckstück aus. Heute beherbergt es ein Spitzenrestaurant.hra

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