Waldkraiburg – Gute Nachrichten für alle Benoby-Fans: Der erfolgreiche Singer-Songwriter gibt am 4. April ein Konzert in Waldkraiburg. Im Oktober ist das neue Album von Robert Wroblewski erschienen. Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen spricht er über seine Zeit in Waldkraiburg und wieso der Auftritt im Haus der Kultur kein Heimspiel ist.
Die Lieder Ihres ersten Albums waren ein Weg, musikalisch mit Schicksalsschlägen klar zu kommen. Woher kommt die Inspiration für das aktuelle Album?
Tatsächlich aus dem gleichen „Topf“. Es hat sich viel getan in meinem Leben. Alleine durch die Musik und den Alltag, den dieses Leben mit sich bringt.
Im Oktober ist das neue Album erschienen: „Lass sie kommen“ kommt einer musikalischen Kampfansage gleich. Standen Sie selbst als Jugendlicher in der „letzten Reihe“?
Ja, ich war jahrelang der komplette Außenseiter, und hatte kaum Freunde, bis ich in der fünften Klasse war. Ein kleiner dicker Junge mit Migrationshintergrund.
Wie wichtig ist es Ihnen, sich bei sozialen Projekten zu engagieren?
Extrem wichtig. Da ich die Möglichkeit habe, viele Menschen zu erreichen, möchte ich dies nutzen, so gut es geht.
Als Schüler wollten Sie weg aus Waldkraiburg und in eine große Stadt. Wie wichtig war der Umzug nach Berlin?
Ich glaube, in keiner anderen Stadt hätte es so schnell funktioniert wie in Berlin. Für mich war Berlin tatsächlich eine Weltstadt wie New York oder Paris. Ich dachte mir, wenn ich mich da durchsetze, schaffe ich es auch woanders.
Was haben Sie sich aus Ihrer Zeit in Waldkraiburg bis heute bewahrt?
Das Familiäre, den Kampfgeist, und mein Selbstbewusstsein.
Im April spielen Sie im Haus der Kultur: Heimspiel oder aufgeregt?
Tatsächlich sehr aufgeregt, weil mich jeder falsche Satz oder Ton auf jeden Fall länger verfolgt, als in anderen Städten. Ich bin aber gleichzeitig natürlich top motiviert.
Welche Bedeutung hat Musik für Sie?
Musik ist mein Therapeut. Meine Sprache, wenn mir die Worte fehlen. Wenn mich ein Zustand erdrückt oder überwältigt, kann ich ihn mit ihr verarbeiten. Ich möchte meine Geschichte erzählen und im besten Fall, diejenigen erreichen, die Ähnliches erlebt haben oder sich dieselben Fragen fragen wie ich.
Welche Ziele als Musiker und als Privatmensch haben Sie noch?
Ich möchte einmal vor 1000 Menschen spielen, von denen mindestens die Hälfte meine Songtexte mit mir singt. Wenn es alle sind, ist das auch kein Problem.
Sie sind 2016 nach Berlin umgezogen: Welche Vorzüge hat Berlin, welche hat Waldkraiburg?
Waldkraiburg ist meine Heimat. Ich musste tatsächlich erst einmal raus und ein paar Städte entdecken, um das einzusehen. Ich liebe die Vielseitigkeit an Berlin, was vor allem Musik, Kunst und Esskultur betrifft. An Waldkraiburg liebe ich meine Familie, die alten Gesichter von damals, die Ehrlichkeit meiner Freunde und die bayerische Herzlichkeit.
Interview Raphaela Lohmann