Schwarzbau mit Modellcharakter

von Redaktion

Gemeinderat befürwortet Dachgarten

Kraiburg – Gebaut wurde der Dachgarten schon vor acht Jahren, unter den Augen des Kraiburger Bauamtes, das freien Blick auf die Dachterrasse in der Guttenburger Straße hat.

Nachträglich musste der Bauherr jetzt auf Aufforderung des Landratsamtes einen Bauantrag nachreichen, der im Gemeinderat für Diskussionen sorgte. Die Befürworter waren in der Mehrheit, und Werner Schreiber (SPD) ging sogar so weit, in der begrünten Dachterrasse „ein Modell für andere“ zu sehen.

Bei Bürgermeister Dr. Herbert Heiml (CSU) hielt sich die Begeisterung dagegen in Grenzen. Er sprach von einem „Storchennest“, dessen Dimension er für problematisch hält. „Wenn ich vom Rathaus runterschaue, dann finde ich es nicht so toll. Wenn das jeder auf seinem Dach macht, wird es schon arg bunt.“ Antragsteller Bernd Frederking berief sich auf eine mündliche Zusage des damaligen Bauamtsleiters.

Nach dessen Auskunft habe er die Dachterrasse „mit bestem Wissen und Gewissen“ gebaut, meinte er in der Gemeinderatssitzung. „Das Bauamt konnte beim Bauen ja zuschauen.“

Im Gemeinderat hat der „Schwarzbau“ jede Menge Fans. Kraiburg sei ohnehin nicht mit Grünflächen gesegnet, meinte etwa Adrian Hilge (SPD) „Ich finde das super.“ Der Dachgarten erhöhe den Wohnwert, findet Alfons Wastlhuber (UWG). Und Petra Jackl (CSU) verwies darauf, dass es in der Guttenburger Straße und in der Langgasse bereits Häuser mit ähnlichen Dachterrassen gebe. „Ich seh da kein Problem. Wenn das Denkmalamt dem zustimmt, finde ich es wunderbar.“

„Keine Blaupause
für den Markt“

Werner Schreiber fand die Idee so gut, dass er dem Garten, der die Dächer begrünt, gar Modellcharakter zusprach. So weit wollte Markus Rauscher (CSU) nicht gehen. Das sei „keine Blaupause für den ganzen Markt“. In diesem Einzelfall schaue es aber „super aus“. Schließlich stimmte sogar der Bürgermeister mit, sodass der Antrag einstimmig befürwortet und ans Landratsamt weitergeleitet wurde.

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