Waldkraiburg – Dreimal werden wir noch wach, dann ist Wahltag. 19000 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger dürfen in Waldkraiburg ihre Kreuzchen bei der Kommunalwahl machen. Und während Landräte, Kreisräte, Bürgermeister und Stadträte frühestens am Sonntagabend feststehen, ist eins schon fix: Noch nie gab es in Waldkraiburg mehr Briefwähler bei einer Kommunalwahl. Laut Auskunft des Wahlamtes im Rathaus waren es bis Mittwoch Vormittag 4700. Das sind bereits 1000 mehr als der bisherige Rekord 2014.
Briefwahlunterlagen
bis Freitag, 15 Uhr
Der Corona-Effekt spielt nach Einschätzung der Stadt dafür eher eine untergeordnete Rolle. „Der Trend geht allgemein zur Briefwahl.“ Noch bis morgen, Freitag, 15 Uhr, können Briefwahlunterlagen beantragt werden, bei nachgewiesener plötzlicher Erkrankung sogar bis Sonntag, 15 Uhr. Die Briefwahlunterlagen müssen am Wahltag bis spätestens 18 Uhr im Briefkasten der Stadtverwaltung sein. Der wird dann zum letzten Mal geleert.
Neben 15 Briefwahllokalen gibt es 30 Urnenwahllokale für alle, die am Sonntag ihrem Wahlrecht nachkommen. Insgesamt 450 Wahlhelfer inklusive Wahlamt, Wahlzentrale und Hausmeister sind am Sonntag im Einsatz, viele werden bis in die tiefen Nachtstunden auszählen.
2014 stand schon eine Stunde nach Schließung der Wahllokale fest, dass Robert Pötzsch (UWG) neuer Waldkraiburger Bürgermeister wird. Pötzsch setzte sich gegen Harald Jungbauer (CSU) und Richard Fischer /SPD) durch. Diesmal hat er drei Konkurrenten: wieder Richard Fischer sowie Wolfgang Nadvornik (CSU) und Valentin Clemente (FDP).
Deutlich mehr Auswahl als 2014 haben die Waldkraiburger Wähler bei den Stadtratswahlen. Um die 30 Stadtratssitze konkurrieren nicht weniger als 107 Kandidaten auf sieben Listen: CSU, Grüne, AfD, SPD, FDP, UWG und Linke. Die Frauen sind mit 33 noch immer deutlich in der Minderheit. Bislang verteilten sich die Sitze im Stadtrat auf die CSU und die UWG (je 12) und die SPD (6).
67 Waldkraiburger
wollen in den Kreistag
Ob die deutlich angestiegene Zahl der Briefwähler eine hohe Wahlbeteiligung verheißt? Diese Frage lässt sich nicht beantworten. Für die Vertretung Waldkraiburgs auf Landkreisebene kommt der Wahlbeteiligung erfahrungsgemäß eine Schlüsselrolle zu. Denn obwohl die Stadt mehr als 20 Prozent der Wahlberechtigten im Landkreis stellt, war der Anteil von Waldkraiburgern im Kreistag deutlich geringer. Der Tiefpunkt wurde 2008 erreicht, als die Wahlbeteiligung unter die 50 Prozent-Marke rutschte. Nur sieben von 60 Kreisräten kamen damals aus der größten Stadt im Landkreis.
Vor sechs Jahren machte erneut weniger als die Hälfte der Bürger von seinem Wahlrecht Gebrauch. 46,1 Prozent waren es in der Stadt, gegenüber 56,4 Prozent im gesamten Landkreis. Die Zahl der Waldkraiburger Kreisräte stieg leicht an – auf zehn (CSU/5, SPD/3 und UWG/2).
In diesem Jahr sind auf allen neun Listen für die Kreistagswahlen Kandidaten aus Waldkraiburg vertreten. Von insgesamt 417 Kandidaten kommen 67 Frauen und Männer aus der Stadt, noch nie waren es mehr. Und mit Ulli Maier (UWG) gibt es auch einen Landratskandidaten aus Waldkraiburg.