Waldkraiburg – Die Kläranlage braucht eine neue Notableitung. Im Zuge der Bauarbeiten am neuen Innkraftwerk muss zwischenzeitlich der Wasserstand im Innkanal abgesenkt werden. In dieser Zeit darf dann kein geklärtes Wasser in den Innkanal eingeleitet werden, weshalb der Munakanal ertüchtigt werden soll. Erste Pläne wurden im Werkausschuss vorgestellt.
Es ist ein Relikt aus der Kriegszeit: der Munakanal. Als eine Ableitung aus der Rüstungsfabrik wurde der Munakanal in den 1930er- Jahren gebaut. Über die Ratiborer und Berliner Straße führt er über die Bayernbrücke Richtung Waldstück und geht weiter über die Balthasar-Neumann-Straße den Hang hinunter Richtung Innkanal, den er an der Harter Brücke überquert. Dann geht es weiter Richtung Lindenweg und schließlich zum Inn. Der Munakanal wird auch heute noch dazu genutzt, Kühlwasser zweier Industriebetriebe und damit sauberes Wasser in den Inn zu leiten. Für den Unterhalt sind die Stadtwerke zuständig.
Kein Wasser darf
in den Innkanal
Die Notableitung der Kläranlage führt im Normalbetrieb direkt in den Innkanal. Sobald aber die Arbeiten am Inn-Kraftwerk im Jahr 2021 und 2022 ein Absenken des Wasserpegels am Innkanal nötig machen, braucht es eine Alternative. „In dieser Zeit darf kein Wasser in den Innkanal eingeleitet werden“, erklärte Christian Erdösi, Leiter Geschäftsbereich Abwasser, im Werkausschuss.
Stattdessen muss das geklärte Wasser am Innkanal entlang zur Harter Brücke geführt werden, wo es sich mit dem Munakanal kreuzt. Mittels eines Pumpwerks werden die beiden über Kreuz gesetzt. Das bedeutet: Sobald die Notableitung erforderlich wird, fließt das Wasser der Kläranlage über den Munakanal in den Inn, das Kühlwasser wird in den Pürtener Bach geleitet.
Allerdings seien die Leitungen des Munakanals nicht entsprechend dimensioniert, um bei Regenwetter die Wassermengen aufzunehmen, erklärt Christian Erdösi auf Nachfrage. „Bis zu 300 Liter pro Sekunde müssen in einem solchen Fall dann abgeleitet werden.“ Aus diesem Grund müsse der Munakanal von der Harter Brücke weg bis zur Einleitstelle am Inn entsprechend saniert werden.
Nur auf diese Weise könne gewährleistet werden, dass während der Stilllegung des Innkanals das Wasser aus der Kläranlage sicher abgeleitet werden kann. Zudem brauche es neue Pumpen. Diese könnten aber nach Ende der Maßnahmen am Innkanal weiter in der Kläranlage verwendet werden, um auf diese Weise Kosten zu sparen.
Die Stadtwerke sind jetzt dazu in der Planungsphase. Erste Kostenschätzungen belaufen sich auf rund 502923 Euro. Der Werkausschuss stimmte den Planungen einstimmig zu.