Kraiburg – Noch ist nicht entschieden, wer die Nachfolge von Bürgermeister Dr. Herbert Heiml (CSU) antritt. Nur so viel steht fest: Eine Frau wird in den nächsten sechs Jahren auf dem Rathaussessel sitzen. Bei der Kommunalwahl schaffte es gestern Petra Jackl (CSU) auf 43 Prozent, Anette Lehmann (UWG) kam auf 34,5 Prozent der Stimmen.
Petra Jackl zeigt sich von ihrem Wahlergebnis überrascht: „Ich bin wirklich sehr dankbar für die vielen Stimmen. Bei uns in der Marktgemeinde ist ja alles offen gewesen“. Allerdings sieht die Kandidatin die nächsten beiden Wochen im Hinblick auf ein Wahlkampf-Geschehen als schwierig an. „In Zeiten von Corona müssen wir soziale Kontakte sehr zurückfahren, da kann ich schlecht einen Infostand am Marktplatz aufbauen.“ Petra Jackl übt sich dennoch in Zuversicht. Sie betont: „Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch und hoffe, die Stichwahl für mich entscheiden zu können. Mein Ziel ist es nach wie vor, Bürgermeisterin von Kraiburg zu werden.“
In Hauptthemen
nah beieinander
Bei der Stichwahl in zwei Wochen treten mit Petra Jackl und Anette Lehmann (UWG) zwei Frauen gegeneinander an. Das Rathaus in Kraiburg wird damit weiblicher. Wie sehr Anette Lehmann die nächsten beiden Wochen bis zur Stichwahl nutzen wird, um die Wähler zu mobilisieren, war gestern leider nicht zu erfahren. Sie war telefonisch nicht erreichbar.
„Freilich wäre ich gerne in die Stichwahl gekommen, gar keine Frage“, sagt Werner Schreiber, der aber den Wählerwillen akzeptiert. Der Kraiburger glaubt, im Vorfeld alles getan zu haben, um ein gutes Ergebnis einfahren zu können. „Ab Mitte der Woche habe ich allerdings aufgrund der Corona-Krise den von Haus zu Haus Wahlkampf eingestellt.“ Nach Schreibers Darstellung wären die drei Kandidaten in ihren Hauptthemen ziemlich nahe beieinander gewesen. „Für die SPD ist es momentan schwer, einen Blumentopf zu gewinnen, aber ich konnte mein Ergebnis im Vergleich zur letzten Kommunalwahl verbessern.“ Der Sozialdemokrat geht davon aus, wieder Mitglied des Gemeinderats zu werden, um so weiterhin Politik betreiben zu können.