Der Stadtrat wird bunter

von Redaktion

Sechs Listen vertreten – CSU und SPD verlieren erneut

Waldkraiburg – Der neue Stadtrat wird bunter. Das ist ein wesentliches Ergebnis der Kommunalwahl am Sonntag. Ab Mai sind sechs verschiedene Gruppierungen im Gremium vertreten. Zu UWG, CSU und SPD, die in diesem Wahlgang allesamt Sitze verloren, kommen künftig AfD, Grüne und FDP.

Für die CSU ging nicht nur die Bürgermeisterkandidatur von Wolfgang Nadvornik in die Binsen, auch bei der Stadtratswahl musste die Partei erneut eine Schlappe einstecken. Nach dem Absturz 2014 hat sie noch einmal sieben Prozent verloren und stellt mit 31,5 Prozent nur noch neun von 30 Stadträten.

Erstmals seit fast 50 Jahren ist eine andere politische Gruppierung im Waldkraiburger Stadtrat stärker als die CSU: die UWG, die ihren erdrutschartigen Erfolg von 2014 verteidigen konnte. Zwölf Stadträte stellten die Unabhängigen bisher, nach leichten Verlusten sind es künftig elf.

Die SPD schrumpft noch einmal – von bisher sechs auf vier Sitze.

Die AfD schafft zwar nicht annähernd ihre Ergebnisse von Landtags- und Bundestagswahlen in Waldkraiburg, erreicht mit drei Stadträten aber Fraktionsstatus. Künftig werden AfD-Stadträte also auch in den Ausschüssen mitreden.

Die Grünen und die FDP, für die Waldkraiburg stets ein schweres Pflaster war, dürfen sich über historische Erfolge freuen. Zwei Mitglieder der grünen Partei waren noch nie im Stadtrat. Und die FDP hat in der 70-jährigen Geschichte Waldkraiburgs noch nie einen Stadtrat gestellt. Für die Linke hat es nicht gereicht.

Das beste Ergebnis bei den Stadtratswahlen erreichte auch diesmal Robert Pötzsch mit fast 10000 Stimmen. Als wiedergewählter Bürgermeister wird er das Mandat natürlich nicht antreten. Als weiterer Stimmensammler der UWG tat sich Landratskandidat Ulli Maier hervor (7047). Die Nummer eins bei der CSU ist Harald Jungbauer (4582). Der gescheiterte Bürgermeisterkandidat von 2014 wurde von Listenplatz 12 nach vorne gehäufelt und überholte damit sogar seinen Nachfolger. Den weitesten Sprung machte Stephanie Pollmann – von Platz 17 auf 4. Ein respektables Ergebnis hat Richard Fischer (SPD) eingefahren (4500), auch wenn er die Zahlen der parteilosen Fraktionsvorsitzenden Susanne Engelmann, die nicht mehr antrat, nicht erreichte.

18 Stadträte wurden in ihren Ämtern bestätigt, zwölf neu gewählt: Wolfgang Nadvornik, Stephanie Pollmann, Karl-Heinz Stocker, Norbert Fischer (alle CSU), Wolfgang Hintereder (UWG), Martina Arnusch-Haselwarter (SPD) Valentin Clemente (FDP), Monika Ott und Christoph Arz (Grüne), Tatjana Zapp, Ferdinand Kliem und Ernst Schäffer (AfD).

Neun Stadträte waren nicht mehr angetreten: Annemarie Deschler, Eva Köhr, Dritte Bürgermeisterin Inge Schabl, Bernd Sottek und Rainer Zwislsperger (alle CSU), Susanne Engelmann und Andreas Knoll (beide SPD) sowie Birgit Kozel und Alexandra Reisegast (UWG).

Drei amtierende Stadträter verpassten den Wiedereinzug ins Gremium: Georg Ledig und Margit Roller (CSU) sowie Alexander Will (SPD).

Der Frauenanteil im Gremium ist gesunken – von bisher zwölf auf künftig zehn Stadträtinnen (CSU: 3; SPD: 3; UWG: 2; Grüne und AfD: je 1). Vor allem Grüne und FDP machen den neuen Stadtrat jünger. Christoph Arz, Monika Ott und Valentin Clemente sind alle Mitte 20.

Die überdurchschnittlich hohe Wahlbeteiligung in den ländlichen Ortsteilen hat Folgen: Mit Franz Belkot, Done Brunnhuber und Wolfgang Hintereder (alle UWG) sind diesmal sogar drei Kandidaten aus diesem Bereich in den Stadtrat eingezogen.

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